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Uetersener Nachrichten

19. Oktober 2017 | 20:55 Uhr

Heidgraben hat eine kleine Heidy

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Integration Syrische Familie ist dankbar für die herzliche Aufnahme − das zeigt unter anderem der Vorname des jüngsten Nachwuchses

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2017 | 16:33 Uhr

Mit großen braunen Augen blickt die kleine Heidy Alsaud in die Welt. Das vier Monate alte Mädchen ist in Heidgraben zuhause. Ihre Eltern und Geschwister sind vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflüchtet und im November 2015 in den Kreis Pinneberg gekommen. Aus Dankbarkeit für die herzliche Aufnahme in Heidgraben, das Verständnis für ihre Situation und die Hilfe haben Nourshan und Omar Alsaud ihrem am 22. März in Pinneberg geborenen Töchterchen den Namen Heidy, in Anlehnung an den Ortsnamen Heidgraben, gegeben.

„Wir sind dankbar für alles. Unsere Heidy ist eine Heidgrabenerin“, sagt Mutti Nourshan. Die 24-Jährige hat in Syrien als Angestellte in einer Bank gearbeitet. Als anerkannte Flüchtlingsfamilie sehen die Alsauds ihre Zukunft nun in Deutschland und ganz konkret in der Gemeinde Heidgraben. Aus ihrer ersten Unterkunft im Dorf, einem Mobilhaus am Eichenweg, sind sie bereits ausgezogen. Die Gemeinde hat ihnen eine frei gewordene Vier-Zimmer-Wohnung im alten Schulgebäude zur Verfügung gestellt und renoviert.

Dort fühlt sich nicht nur die kleine Heidy wohl, die seit ihrer Geburt schon mächtig gewachsen ist, zugenommen hat und aktuell mit 68 Zentimetern Größe und sieben Kilogramm Gewicht aufwartet. Auch Bruder Abood und Schwester Renad haben genug Platz zum Spielen und Schlafen. Und vor allem befindet sich die Wohnung mitten im Ort und ganz nah am Kindergarten. Denn den besucht der vierjährige Abood mit großer Freude und Erfolg beim Erwerb der deutschen Sprache. „Im Kindergarten ist es schön. Ich habe Freunde dort“, erzählt er. Seinen täglich umfassender werdenden Wortschatz in der deutschen Sprache gibt der Vierjährige ohne Unterlass an seine Schwestern weiter. Heidy bedankt sich meist mit einem Lächeln, die fast dreijährige Renad nimmt jedes neue Wort wissbegierig auf. Und so unterhalten sich Abood und Renad untereinander fast nur in deutscher Sprache und lernt auch Mutti Nourshan jeden Tag durch ihre Kinder ein bisschen mehr Deutsch hinzu.


Sprachliche Grundlagen an der VHS gelegt


Gute Grundlagen hat sie bei einem Deutschkurs an der Volkshochschule Tornesch-Uetersen erlangt, aber aufgrund der Mutterschaft hat sie noch nicht wie ihr Mann den B1-Abschluss im Deutschkurs erworben. Der 34 Jahre alte Omar Alsaud hat in seiner syrischen Heimat ein Haushaltswarengeschäft betrieben und ist aktuell auf der Suche nach einer Arbeitsstelle. Mehrere Praktika habe er absolviert, berichtet Irmgard Voß. Sie kennt Familie Alsaud seit deren Ankunft in Heidgraben und hat als Koordinatorin für die Flüchtlingsbetreuung vor Ort engen Kontakt und Vertrauen aufgebaut. „Es ist schön zu sehen, wie sich Familie Alsaud integriert und die Kinder schon heimisch sind“.

Integration heißt für den Fußballfan Omar Alsaud auch, sich ehrenamtlich zu engagieren. Und das tut er im Heidgrabener Sportverein als Trainer der G-Junioren. Auch Abood ist bereits ein kleiner Fußballer und spielt bei den G-Junioren mit.


Wunsch: Gemeinsam durchs Dorf spazieren


Unter den Fußballfreunden von Omar Alsaud ist wohl auch die Idee für den Namen des Familienzuwachses entstanden, dem Mutti Nourshan gerne zugestimmt hat, weiß Voß. Ihren ersten großen Ausflug durch ihr Dorf hatte die kleine Heidy beim Osterfeuer. Gerne würde sie von Monat zu Monat noch mehr Interessantes bei kleinen Spazierfahrten im Kinderwagen durch Heidgraben entdecken. Alleine möchte sich ihre Mutti jedoch nicht mit ihr auf den Weg machen. Über das Interesse einer jungen Mutti zum Aufbau von Kontakten und dem Ausbau der deutschen Sprachkenntnisse würden sich Heidy und Nourshan Alsaud sehr freuen. Für eine erste Kontaktaufnahme und Begleitung steht Flüchtlingsbetreuerin Voß unter Telefon (0152) 01082311 zur Verfügung. „Wir freuen uns, dass sich Familie Alsaud bei uns wohl fühlt und ihr jüngstes Kind den Namen Heidy zu Ehren von Heidgraben trägt“, betont sie.


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