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Mit interaktiver Karte : Heidgraben: Gemeinde will an der Straße Lerchenfeld ein Wohngebiet errichten

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das Projekt ist nicht unumstritten - auf dem Areal befindet sich ein Spielplatz, der durch den Bau verloren gehen würde.

Heidgraben | Die Gemeinde Heidgraben will ein Spielplatzgelände überplanen, um es als allgemeines Wohngebiet auszuweisen. In ihrer jüngsten Sitzung haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Umweltschutz, Bauleitplanung und Kleingarten nun mit den Stellungnahmen der Öffentlichkeit und Behörden für die Fläche nördlich der Betonstraße und östlich der Straße Lerchenfeld befasst und daraufhin einen erneuten Entwurfs- und Auslegungsbeschluss gefasst. Kritik an den Plänen äußerten zwei Heidgrabener. Sie verwiesen unter anderem darauf, dass Kindern eine Spielfläche verloren gehe und monierten die Fällung von Bäumen.

Diplom-Ingenieurin Anne Nachtmann vom Büro dn.Stadtplanung, das die Gemeinde bei der Änderung des Bebauungsplans fachlich begleitet, hatte die eingegangenen Stellungnahmen von Behörden und Träger öffentlicher Belange sowie eine private Stellungnahme in einer Tabelle zusammengefasst, die den Politikern des Ausschusses vorlag und die der Vorsitzende Frank Tesch (SPD) in den wichtigsten Punkten vortrug. So hatten sowohl die private Stellungnahme als auch die Stellungnahme der unteren Forstbehörde den unterschrittenen Abstand der Baugrenzen zum benachbarten Wald aufgegriffen. 

Grundsätzlich ist ein Abstand von 30 Metern einzuhalten, im Planungsentwurf waren es im Durchschnitt nur zwölf Meter. Im Ergebnis eines Vororttermins mit der unteren Forstbehörde wird nun die Baugrenze in Richtung Lerchenfeld versetzt und hält damit einen Abstand von 16 Metern zum Wald ein. „Dieser Unterschreitung stimmt die untere Forstbehörde zu, gibt jedoch zu bedenken, dass auch der Brandschutzbeauftragte des Kreises zustimmen muss“, teilte Tesch mit.

Wasserbehörde äußert ebenfalls Kritik

Auch die untere Wasserbehörde hatte Kritik geäußert. Die Behörde sprach sich gegen eine zusätzliche Ableitung des Oberflächenwassers in das vorhandene Entwässerungssystem aus. Auch zu diesem Punkt hatte ein Abstimmungsgespräch stattgefunden. Die Behörde stellte eine positive Stellungnahme zum Bauleitverfahren in Aussicht, wenn das Oberflächenwasser vor Ort versickert und diese Festsetzung im Entwurf zur Änderung des Bebauungsplanes aufgenommen wird. Zur Feststellung der Versickerungsfähigkeit des Oberflächenwassers wurde eine Bodenuntersuchung vorgenommen. „Die Untersuchung hat ergeben, dass der Boden versickerungsfähig ist. Im südlichen Geltungsbereich muss allerdings dafür eine leichte Geländeauffüllung erfolgen“, fasste der Ausschussvorsitzende das Ergebnis, das in den Entwurf eingearbeitet wurde, zusammen.

 

In der privaten Stellungnahme war Widerspruch gegen die geplante Änderung des Bebauungsplanes eingelegt und darauf hingewiesen worden, dass das Spielplatzgelände am Lerchenfeld von Kindern als Bolzplatz und im Winter als Rodelberg genutzt werde. Auch wurde der Gemeinde vorgeworfen, neben dem Spielplatz Bäume gerodet zu haben − laut Stellungnahme mit dem Ziel, die Waldgrenze für eine geplante Wohnbebauung zurückzusetzen.

Tesch machte jedoch deutlich, dass die Planungshoheit bei der Gemeinde liege und die Politiker nach wie vor der Meinung seien, dass ein Spielplatz an dieser Stelle nicht zwingend erforderlich ist. Zudem werde ein neuer Spielplatzstandort geprüft. Die Baumfällung sei durch den Eigentümer des Waldes im Zuge der Holzgewinnung erfolgt. Das Waldgrundstück gehöre nicht der Gemeinde und befinde sich außerhalb des Geltungsbereiches. Innerhalb dieses Bereiches dürfe die Gemeinde Bäume fällen, da sie nicht im Bebauungsplan festgeschrieben sind und keiner Baumschutzsatzung unterliegen würden.


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erstellt am 14.Feb.2017 | 12:00 Uhr

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