Nachtragshaushalt in Uetersen : Haushalt um 141.000 Euro entlastet

Auch das Defizit der Buslinie von Tornesch nach Uetersen und zurück (früher 61, jetzt 6661) wird jetzt vom Kreis Pinneberg getragen.
Auch das Defizit der Buslinie von Tornesch nach Uetersen und zurück (früher 61, jetzt 6661) wird jetzt vom Kreis Pinneberg getragen.

Der Kreis Pinneberg übernimmt ab sofort das Defizit für die Uetersener Buslinie 6661.

shz.de von
29. August 2018, 13:55 Uhr

Uetersen | Der Nachtragshaushalt der Stadt Uetersen erfährt eine kräftige Finanzspritze. 141.000 Euro wird die Stadt rückwirkend vom Kreis erhalten. Und das aufgrund eines Kreistagsbeschlusses, die Busverbindungen betreffend.

6661, das ist kein Ergebnis beim Würfeln und in diesem Fall auch keine Telefonnummer. 6661, so nennt sich die Buslinie der Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg (KViP), die die Städte Uetersen und Tornesch miteinander verbindet, beziehungsweise dafür Sorge trägt, dass Uetersener Pendler bequem den Tornescher Bahnhof erreichen und Tornescher Bürger ohne Pkw die Rosenstadt besuchen können. Die Linie wurde jahrelang von der Stadt bezahlt. Und das, obwohl der Öffentliche Personennahverkehr eine Kreisaufgabe darstellt. Da die Stadt diese Linie jedoch einst haben wollte, war man in der Kreisstadt der Auffassung, dass Uetersen das anfallende Defizit auch bezahlen muss − zuletzt waren das 141 000 Euro pro Jahr. Die gute Nachricht verkündete Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) jetzt im Ausschuss für Bau- und Verkehrswesen: Der Kreis übernimmt ab sofort diese Kosten, der städtische Haushalt wird entlastet − rückwirkend für das komplette Jahr 2018.

ÖPNV eigentlich Kreisaufgabe

Viele Millionen Euro hat die Linie die Stadt in den vergangenen Jahren gekostet. Immer wieder erinnerten deren Vertreter bei Rechnungsbegleichung daran, dass der ÖPNV eigentlich eine Kreisaufgabe darstellt. Doch alles Argumentieren nützte nichts. Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch, scholl aus Pinneberg gen Uetersen. Jetzt die Kehrtwende: Der Kreistag hat bereits 2017 beschlossen, zukünftig das Defizit für alle Buslinien zu übernehmen. Auch für die Linie 6661.

Der Beschluss bedeute aber nicht, so Hansen im Gespräch mit shz.de, dass sich die Fantasie nun frei entfalten könne. Dass also über einen artikulierten Bedarf weitere Buslinien geschaffen werden könnten, sei ausgeschlossen. Das habe der Kreis bereits klar zum Ausdruck gebracht.

Seniorenbeirat kämpft für weitere Buslinie

Der Seniorenbeirat der Stadt Uetersen kämpft derweil nach wie vor für eine Haltestelle am Tornescher Rathaus, weil das dortige Sozialamt aufgrund einer Vereinbarung zwischen Uetersen und Tornesch auch für Uetersener Bürger zuständig ist. Gerade Menschen, die die Verwaltung in sozialen Fragen aufsuchten, seien oft auf eine gute ÖPNV-Anbindung angewiesen, so die Argumentation des Gremiums, das sich damit bislang nicht durchsetzen konnte und wohl auch in naher Zukunft nicht durchsetzen können wird.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen