Standort in der Krise : Hatlapa: Hoffentlich greift das Alternativmodell

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Etwa 100 Arbeitsplätze sollen nach dem Ideenpapier der Hatlapa-Geschäftsführung (MacGregor) abgebaut werden, um den schlimmsten Fall, die Verlagerung der gesamten Produktion, Montage und Logistik (Wegfall von 300 Arbeitsplätzen), abzuwenden. Dieser Vorschlag wird derzeit mit der Tarifkommission abgestimmt, die während des Zusammentreffens der Gewerkschaft (wir berichteten) in der Gastwirtschaft „Zur Erholung“ gebildet wurde.

shz.de von
08. Juli 2015, 22:02 Uhr

„Wir sind auf einem guten Weg“, so Dr. Alexander Nürnberg, Geschäftsführer von MacGregor Uetersen, wissend, dass das mit der Tarifkommission abgestimmte Papier die Konzernleitung bis zum 31. Juli erreicht haben muss. Eine Entscheidung in Finnland wird für Mitte August erwartet. Der Uetersener Geschäftsleitung ist klar, dass mit diesem Papier langfristig eine positive Ertragslage nachgewiesen werden muss.

Die in Uetersen verhandelnden Seiten treffen mehrmals täglich zusammen. Das Alternativkonzept der Geschäftsleitung soll letztendlich der Sicherung von Beschäftigung dienen. Die Mitarbeiter wurden darüber unterrichtet, was ein Scheitern des Alternativkonzepts letztendlich bedeuten würde, nämlich die Verlagerung der Produktion, Montage und Logistik in andere Unternehmen an wettbewerbsfähige Standorte. Von den rund 400 derzeit Beschäftigten würden dann nur noch 100 am Standort verbleiben. Der Prozess der Verlagerung würde etwa ein Jahr dauern.

Was sind die Gründe für die Diskussion um den Hatlapa-Standort? Wie bereits berichtet, gibt es zwei Ursachen für eine Marktsituation, deren Konsequenz derzeit nicht absehbar ist. Der Schiffbau war schon immer Schwankungen unterworfen, so wie die gesamte Wirtschaft. Doch gab es bislang immer ein Licht am Horizont des Tunnels, das durchschritten werden musste. Derzeit kann dieses Licht nicht gesehen werden. Ursache ist der niedrige Ölpreis, der bei der Offshore-Industrie zu massiven Gewinneinbrüchen geführt hat. Neue Investitionen wurden fast gänzlich gestoppt. Hatlapa baute bislang die großen Ankerziehwinden für die Bohrinseln auf hoher See.

Auch der Schiffsneubau ist nahezu zum Erliegen gekommen. Die Reeder haben ihre Flotten in den vergangenen Jahren verjüngt, und der niedrige Ölpreis (um die 40 US-Dollar/Barrel) rechtfertigt kaufmännisch derzeit keine weiteren Investitionen auf diesem Sektor.

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