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Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 01:06 Uhr

Kritik : Haseldorfer DRK vor dem Aus?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Existenz der einzigen karitativen Organisation in Haseldorf steht auf dem Spiel. Während der Jahresversammlung des DRK in der Feuerwache kam es zum Eklat. Derzeit steht der Ortsverein ohne kompletten Vorstand da. Über eine Auflösung mit dem Ende aller Aktivitäten wird diskutiert.

shz.de von
erstellt am 30.Mär.2012 | 21:21 Uhr

Das Problem: Der Vorstand ist mit fünf Aktiven zu dünn besetzt, zumal die Vorsitzende Ina Koopmann während der Versammlung aus beruflichen Gründen ihr Amt zur Verfügung stellte. „Wir haben Bürger angesprochen, sind von Haus zu Haus gegangen“, erklärte Beisitzerin Ute Ehlers, „ohne Resonanz.“ Auch auf einen Aufruf via Uetersener Nachrichten hätten sich keine Freiwilligen gemeldet, berichtete die 2. Vorsitzende Natascha Paulsen. Zudem gab es Kritik aus der Versammlung. Lieselotte Tumforde – sie stand bis vor acht Jahren an der Spitze des DRK-Ortsvereins – monierte, dass der Vorstand sich viel zu selten in den Gruppen sehen lasse, etwa bei den Kartenspielern oder den Plattschnackern. „Wir sind alle berufstätig und haben von Anfang an gesagt, dass wir nicht die Zeit haben, in die Gruppen zu gehen“, verteidigte sich Ina Koopmann, die zusammen mit der Gruppe von jungen Frauen 2004 den Generationswechsel eingeläutet hatte. „Wir sind eben nur ein kleiner Kreis von Aktiven.“ Und Ute Ehlers kritisierte, dass es seit dem Wechsel „diese andauernde Kritik hintenrum“ gab.

Ursprünglich hatte der Vorstand geplant, die 2. Vorsitzende Natascha Paulsen als neue DRK-Chefin vorzuschlagen. Angesichts der dann nur noch vier Aktiven sollte die Arbeit deutlich eingeschränkt werden auf Blutspendeaktionen und Altkleidersammlung. Damit könnten die Gruppen jedoch erhalten bleiben. Aus dem gemeindlichen Leben würde sich das DRK aber weitgehend verabschiedet.

Doch angesichts der massiven Kritik mochten Natscha Paulsen und Ute Ehlers nicht mehr. Selbst Zuspruch von mehreren der 19 Anwesenden sowie eine zehnminütige Sitzungsunterbrechung brachten nichts. Lieselotte Tumforde wollte ihre Äußerungen nicht mehr als eigene Kritik verstanden wissen. Sie relativierte, dies sei die Stimmung in den Gruppen. Doch die Beiden lehnten es ab, an dem Abend über ihr weiteres Engagement beim Roten Kreuz zu entscheiden. Deutlich erkennbar, dass sie wenig Neigung zum Weitermachen verspürten.

In Gesprächen mit dem DRK-Kreisverband – von dort war trotz der vorher bekannten Probleme ebensowenig ein Vertreter zur Jahresversammlung gekommen wie von der Gemeinde – soll über das weitere Vorgehen beraten werden. Dann will der kommissarische Vorstand eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, während der über die Zukunft des Ortsvereins entschieden wird.

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