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Zweite Runde : Hansen kehrt auf die Bühne zurück

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Haben Sie Verständnis für die Sorgen der Menschen? Wie wollen Sie für bezahlbaren Wohnraum sorgen? Was würden Sie für das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen tun? Warum sind Sie besser als die anderen Kandidaten? Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“ Mit solchen Fragen haben Zehntklässler der Rosenstadtschule gestern die Bürgermeisterkandidaten Andrea Hansen (SPD), Andreas Faust (CDU) und Bernd Möbius (parteilos) gelöchert.

Eine Vorstellungsrunde in dieser Zusammensetzung hätten sich viele Bürgerinnen und Bürger in einem öffentlichen Rahmen gewünscht – mit Amtsinhaberin Hansen und ohne den NPD-nahen Steffen Peter. Doch gestern präsentierten sich die drei aussichtsreichsten Bewerber für das Amt des Verwaltungschefs im Versammlungsraum der Uetersener Gemeinschaftsschule. Abseits des Trubels, der im Umfeld der öffentlichen Kandidatenvorstellung in der Schulmensa am vergangenen Mittwoch entstanden war, stellten sie sich den Fragen der Erstwähler.

Schulleiter Wolfgang Balasus begrüßte die Gäste zu einem „Lehrstück in Sachen Demokratie“. Als Hausherr hatte er es sich erlaubt, den umstrittenen vierten Kandidaten nicht einzuladen. „Es ist unsere Aufgabe als Lehrer, die Schülerinnen und Schüler auf ihre Rolle als Staatsbürger vorzubereiten“, so Balasus.

Bürgermeisterin Hansen erläuterte ihr Fernbleiben von der Kandidatenrunde in der Mensa: „Ich gehe nicht mit einem Rechtsradikalen auf eine Bühne.“ Auch Erster Stadtrat und Herausforderer Faust bekannte, sich in der Runde, wie sie in der Rosenstadtschule zusammengekommen war, wohler zu fühlen. „Trotzdem – wir müssen in einer Demokratie die Auseinandersetzung aushalten“, betonte er.

Offen und sachlich beantworteten die Podiumsgäste die Fragen in der Reihenfolge, die zuvor ausgewürfelt worden war.

„Wir haben kein Geld, aber doch viele Möglichkeiten“, sagte Hansen, die eine Sechs gewürfelt hatte. In ihrer Amtszeit sei unter anderem in den Wohnungsbau, die Wirtschaftsförderung, die Verschönerung der Fußgängerzone sowie Jugendprojekte investiert worden. Ihr Ziel sei es, Angefangenes fortzusetzen. Zu ihren Stärken zählt sie die Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen.

Faust stellte sich kurz vor. Der dreifache Familienvater und diplomierte Verwaltungsfachmann hat die Wirtschaftsförderung, den Ausbau des Breitbandnetzes und die Förderung des Dialogs auf seiner Agenda. „Ich bin in der Lage, im persönlichen Gespräch Ergebnisse zu erzielen“, antwortete er auf die Frage nach seinen Stärken. Möbius würde sich im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister dafür einsetzen, Schulden abzubauen und Uetersen zu einer Umweltstadt zu entwickeln. Er sprach sich für den Ausbau des Windparks aus. Mit seiner Idee, eine „Schwarze Nacht“ als Stromabschalt-Aktion an Halloween zu veranstalten, konnte er bei den Schülerinnen und Schülern punkten. Er sieht seine Stärke in seiner offenen, authentischen, ehrlichen und engagierten Persönlichkeit. Alle drei Bewerber appellierten an die Jugendlichen: „Mischen Sie sich ein und gehen Sie am 21. September zur Wahl.“

Schulleiter Balasus dankte allen drei Gästen mit einem Geschenk – einem Kürbis aus dem eigenen Garten, und gönnte sich eine Nachfrage. „Was würden Sie umsetzen, wenn der Stadt unerwartet zehn Millionen Euro zur Verfügung stünden?“, wollte er wissen. Das meiste Geld würde bei Bewerber Möbius in die Schuldentilgung fließen. Faust würde eine Hälfte für die Haushaltskonsolidierung aufwenden und den Rest in die Infrastruktur und den Ausbau einer schnelleren Breitbandversorgung stecken. Für eine Teilung des Geldes entschied sich auch die Bürgermeisterin. Fünf Millionen gingen bei ihr in den Ausgleich des städtischen Etats. An der Verwendung der verbleibenden fünf Millionen würde sie die Bürger beteiligen.

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erstellt am 12.Sep.2014 | 22:14 Uhr

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