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Uetersener Nachrichten

19. Oktober 2017 | 06:21 Uhr

Tornesch : Hanfried Kimstädt ist tot

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Er war Kulturbeauftragter der Stadt und gute Seele des Vereins Tornescher Allerlei. Hanfried Kimstädt ist im Alter von 67 Jahren verstorben. Ein Nachruf.

shz.de von
erstellt am 07.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Tornesch | Sein Engagement, Jung und Alt in den Genuss von Kunst und Kultur zu bringen, hat Tornesch zur Kulturstadt des Kreises gemacht. Das von ihm als Schottlandfan und Vorsitzenden des multikulturellen Vereins (ToAll) etablierte stilechte Burns Supper, der ToAll-St. Patricks Day und der Tornescher Poetry Slam um den „Goldenen ToAll-Pott“ sind legendär.

Doch Hanfried Kimstädt wird nie mehr im Kilt als Hausherr des Burns Suppers im Pomm 91 den von ihm selbst zubereiteten Haggis anschneiden und Texte des schottischen Nationaldichters Robert Burns vortragen. Der Kulturbeauftragte der Stadt Tornesch und die gute Seele des Vereins Tornescher Allerlei ist am 4. Februar im Alter von 67 Jahren verstorben.

Trauer um einen Literaturfreund und Genießer guter Küche

Lebensbejahend hatte er sich seiner schweren Erkrankung gestellt, doch sie ließ ihn den Kampf nicht gewinnen. Hanfried Kimstädt wird nicht nur in seiner Familie eine tiefe Lücke hinterlassen. Sein Tod erschüttert ebenso Weggefährten und Freunde. Sie trauern um einen verlässlichen und ideenreichen Streiter in Sachen Kunst und Kultur, großen Literaturfreund und Genießer guter Küche.

Seit 1999 stand Hanfried Kimstädt dem 1991 gegründeten multikulturellen Verein Tornescher Allerlei vor. Unter seiner Leitung etablierte der Verein Veranstaltungen mit Künstlern auf hohem Niveau. Acht bis zehn Veranstaltungen unterschiedlicher Genres hat der Verein seit Jahren im Programm.

Viele Künstler kehrten gern noch einmal zurück

Nicht nur auf der Suche nach Künstlern, die mit ihren Auftritten in Tornesch dem Publikum hohen Kunst- und Kulturgenuss bescherten, zeigte sich Hanfried Kimstädt unermüdlich. Er holte für die ToAll-Veranstaltungen Sponsoren mit ins Boot, um die Eintrittspreise moderat zu halten und Jugendlichen freien Eintritt zu ermöglichen. Auch für Kindergartenkinder und Grundschüler hatte Hanfried Kimstädt mit seinem Verein dreimal in der Vorweihnachtszeit eine Veranstaltung im Programm.

Mit dem St. Patricks Day, dem Burns Supper und dem Poetry Slam ging Hanfried Kimstädt neue und sehr erfolgreiche Wege. Viele Künstler, mit denen er einmal Kontakt aufgenommen hatte, kehrten gerne ein weiteres Mal mit neuen Programmen auf die Pomm 91-Bühne zurück oder gehörten zu verlässlichen Partnern bei den ToAll-„Klassikern“. Immer stand Hanfried Kimstädt auch an den Veranstaltungsabenden an der Spitze seines ehrenamtlichen Teams aus dem Verein beim Herrichten der Veranstaltungsstätte, die auf seine Initiative hin nicht mehr Altentagesstätte an der Pommernstraße 91 hieß, sondern für ToAll-Abende in Pomm 91 umbenannt wurde.

Menschen, die Kunst und Kultur gestalten, und Menschen, die sie genießen und darüber in Gedankenaustausch treten möchten, zusammenzuführen, ist ein großes Anliegen von Hanfried Kimstädt gewesen. Mit dem Tornescher Kulturtag, den er mit Kunst- und Kulturschaffenden aus Tornesch und der unmittelbaren Region aus der Taufe hob, schuf Hanfried Kimstädt eine breite Plattform für die Präsentation von und die Begegnung mit Kunst und Kultur. Auch auf Kreisebene setzte sich Hanfried Kimstädt ehrenamtlich für die Förderung des kulturellen Lebens ein.

Im Dezember war er zum Kulturbeauftragten ernannt worden

Er wirkte zuletzt als Zweiter Vorsitzender im Vorstand des Kreiskulturverbandes Pinneberg mit und war Mitorganisator von Kreiskulturwochenenden, Kreiskulturtagen und Kulturtouren. Auch die Bücher-Tausch-Ecke im Tornescher Edeka-Markt Hollender und die ToAll-Galerie mit wechselnden Ausstellungen im Foyer der Firma Industrie Elektronik Nord (IEN) am Tornescher Kuhlenweg gehen auf die Initiative von Hanfried Kimstädt zurück. Der freiberufliche Mediendesigner, der oft und gerne mit der Kamera festhielt, was andere erst beim zweiten Hinsehen entdecken, gestaltete selbst die eine und andere Ausstellung mit Aufnahmen historischer Gebäude oder Landschaftseindrücken aus der Region.

Die aktuelle Ausstellung mit Fotos für jeden Tag des Jahres stammt auch von ihm. Angeregt durch das soziale Netzwerk Facebook hatte Hanfried Kimstädt 366 Persönlichkeiten der Weltgeschichte sein Gesicht gegeben. Für den „großen Spaß“ wie Hanfried Kimstädt selbst sagte, hatte er bei Facebook zahlreiche Likes erhalten und Freunde regten ihn an, die von ihm erstellten Fotos der Öffentlichkeit zu zeigen. Sie strahlen eine Fröhlichkeit aus, die Hanfried Kimstädt ausmachte und mit der er unvergessen bleibt.

Im Dezember war Hanfried Kimstädt in Würdigung seiner Verdienste um Kultur in Tornesch und dem Aufbau von Kontakten zu Kunst- und Kulturschaffenden in den Tornescher Partnerstädten zum Kulturbeauftragten der Stadt Tornesch ernannt worden.

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