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Uetersener Nachrichten

18. November 2017 | 02:04 Uhr

Statistik : Hamburger Kliniken beliebt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Fast die Hälfte aller Krankenhauspatienten aus dem Kreis Pinneberg wandert in eine Hamburger Klinik ab. Das geht aus einem neuen Bericht des Statistischen Amtes Hamburg und Schleswig-Holstein hervor. Zahlen, die man in den Regio-Kliniken nicht gerne sieht, mit denen man aber seit vielen Jahren lebt!

shz.de von
erstellt am 16.Jun.2015 | 18:51 Uhr

Nur jeder zweite Patient entschied sich 2013 für einen Aufenthalt in einer der Regio-Kliniken in Pinneberg, Elmshorn oder Wedel. 42 Prozent wählten für sich lieber eine Hamburger Klinik. Das waren fünf Prozent mehr als noch 2008, die größte Steigerung im Vergleich zu anderen Kreisen im Hamburger Umland, etwa Stormarn (plus vier Prozent) oder Segeberg (plus drei Prozent).

„Der Wettbewerbsdruck aus Hamburg ist für uns keine neue Herausforderung. Und keine, der wir uns alleine stellen müssen, wie die Zahlen der anderen Kreise zeigen“, sagte Kliniksprecher Sebastian Kimstädt. „Unser Ziel ist es aber, viele Menschen für die Behandlung in den Regio-Kliniken zu gewinnen.“

Immerhin: Die Zahlen der behandelten Patienten sind in den Regio-Kliniken im Kreis Pinneberg seit 2010 annähernd stabil und bewegen zwischen 36000 und 37000. Allein im vergangenen Jahr war ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, ein Einmal-Effekt, wie Kimstädt sagte. Geschuldet sei dieser Einbruch im wesentlichen der Deckensanierung im Pinneberger Klinikum. Erste Anzeichen für eine Normalisierung der Zahlen im laufenden Jahr gibt es bereits.

Dass die Hamburger Konkurrenz so stark ist, begründen Insider einerseits mit dem traditionell guten Ruf etwa des Albertinen-Krankenhauses in Hamburg-Schnelsen, andererseits aber mit den Schlagzeilen, die das Kreis Pinneberger Unternehmen bis heute produziert. „Durch die Themen der Vergangenheit rückt leider manches Mal die medizinische Leistung in den Hintergrund“, so Kliniksprecher Kimstädt.

In der Tat ist es kein Geheimnis, dass früheres Missmanagement und Gerichtsverfahren gegen den einstigen Klinikchef Alexander Schlick wegen Untreue Ruf und Bilanz des Unternehmens bis heute belasten und die aktuellen Entwicklungen überlagern. „Wir haben inzwischen viel Vertrauen zurückgewinnen können“, sagte Kliniksprecher Kimstädt.

Die heutige Geschäftsführung setze gezielt auf medizinische Qualität, so Kimstädt, der das Unternehmen auf dem richtig Weg sieht. „Wir merken, dass Maßnahmen wie die Erweiterung der Geriatrie, der Aufbau einer Pneumologie oder einer Neurologie langsam greifen." Die Strategie zahle sich aus, allerdings brauche es Zeit, bis die Patienten sich endgültig umorientierten.

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