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Uetersener Nachrichten

25. November 2017 | 07:02 Uhr

Hallo Luther statt Halloween

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ökumene Christen feiern das Erbe der Reformation am Dienstag, 31. Oktober, gemeinsam in der Klosterkirche

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2017 | 15:10 Uhr

Die in der Ökumene vereinte Christenheit trifft am Reformationstag in der Klosterkirche zusammen, um gemeinsam einen Gottesdienst zu feiern. Der Reformationstag, 31. Oktober, ist in diesem Jahr bundesweit ein Feiertag. Gewürdigt wird dabei der 500. Jahrestag des Thesenanschlags von Martin Luther, durch den der Beginn der Reformation in Deutschland gekennzeichnet wird. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr. Musikalisch wird die Kirchzeit von Kantor Eberhard Kneifel und der Kantorei der Klosterkirchengemeinde bereichert. Die Verkündigung (Predigt) besteht diesmal aus mehreren Impulsen der den Gottesdienst leitenden Geistlichen.

Süßes oder Saures? Am Dienstag wird dieser Vers wieder des Öfteren zu hören sein. Aber erst, wenn es draußen dunkel geworden ist. Der Brauch von Halloween lässt Christen nicht selten erschaudern. Oder sie setzen, wie in Uetersen, einen Kontrapunkt dagegen − rücken das Licht, den Geist der frühen Aufklärung, in ihre Mitte. Die fünf in der Ökumene zusammengeschlossenen christlichen Kirchen, neben der Klosterkirchengemeinde sind das die Erlöserkirchengemeinde, die katholische Ortsgemeinde Christkönig, die evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptisten) und die Gemeinschaft in der evangelischen Kirche (Martin-Luther-Haus), möchten gemeinsam feiern, weil es, neben dem unzweifelbar Trennenden, vieles gibt, was alle vereint: Das reformatorische Erbe. Betont werden soll also das Verbindende, die Sprache, die Bildung, die Musik, der Wohlstand und nicht zuletzt die kulturelle Identität. Dennoch werden bei ökumenischen Zusammentreffen die existierenden Unterschiede nie ausgeblendet. Eine Einebnung der Identitäten findet also nicht statt. Denn: Wohlfühlen im spätbarocken Gotteshaus sollen sich am Reformationstag sowohl Befürworter einer ökumenischen Reformationsfeier als auch Skeptiker.

Am 31. Oktober zeigt die evangelische Kirche jedes Jahr stolz auf die Impulse, die von der Reformation ausgegangen sind und schöpft daraus auch ihre Identität. Andererseits ist dieser Tag vielleicht wie kein zweiter dazu geeignet, darauf hinzuweisen, dass die Trennung der Kirche vor 500 Jahren viel Leid hervorgebracht hat. Dieses Bewusstsein eint, denn es betraf beide Seiten. Hallo Luther statt Halloween − das Licht leuchtet hell am Reformationstag.

Es durchbricht aus christlicher Sicht so die Finsternis der bösen Mächte, die am Abend mit Halloween Besitz von den Menschen ergreifen wollen. Gestärkt durch das Reformations-Wort der Geistlichen, sollen alle dem Chaos der Unkenntnis begegnen können. Am 31. Oktober werden die Boten der Finsternis dann keine Macht haben, wenn der Christ an den glaubt, der die Angst überwunden hat, nämlich an den auferstandenen Christus.

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