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Uetersener Nachrichten

22. September 2017 | 15:44 Uhr

Kreisbauerntag : Härter gegen Wolf und Gans

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Kernige Worte fand der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Pinneberg, Georg Kleinwort, zur Situation der hiesigen Landwirte auf dem diesjährigen Kreisbauerntag im Gartenbauzentrum Ellerhoop, zu dem eine beträchtliche Reihe von Gästen aus allen gesellschaftlich relevanten Gruppen eingeladen und angereist waren.

shz.de von
erstellt am 14.Jun.2015 | 19:02 Uhr

So ganz und gar nicht einverstanden zeigte sich der Chef der Kreisbauern mit den Schutzmaßnahmen der Landesregierung für den Wolf und die Gänse. Er habe sich die Marschwiesen in Tondern und Niebüll angesehen, wo die Gänse grasten, so Kleinwort. Und da sei kein frischer Halm mehr zu sehen gewesen, so gründlich haben die Gänse dort auf dem Durchzug ihren Hunger gestillt.

Auch die Wiederansiedelung und die Schuztmaßnahmen für den als ausgestorben geglaubten Wolfes in Schleswig-Holstein werde zum Problem. Was die Landesregierung hier als Entschädigung zur Verfügung stelle und als Ausgleich anbiete, sei absolut lächerlich. „Wenn die Gesellschaft den Wolf hier will, muss sie auch finanziell dafür gerade stehen und nicht die Schutzmaßnahmen auf dem Rücken einzelner austragen.“ rief Kleinwort erzürnt. Die Landwirte könnten nicht allesamt mit der Errichtung von Elektrozäunen um ihr gesamtes Vieh in Vorleistung gehen.

„Hier müssen wir zur Not eine härtere Gangart einschlagen“ drohte Kleinwort. Nachkommen will die Kreisbauernschaft allerdings dem Aufruf der Landesregierung auf den Einsatz des Pflanzenschutzmittels Glyphosat weitgehend zu verzichten, denn auch die Landwirte legen großen Wert darauf, gesunde Lebensmittel herzustellen. Außerdem rief Kleinwort seine Mitstreiter auf, unbedingt auf den Gewässerschutz zu achten, Düngemittel und Unkrautvernichtungsmittel sollten nicht am Rand von Gewässern eingesetzt werden.

Langfristig streben die Landwirte einen Ausstieg aus der Milchquote an. „Was nützt uns die, wenn wir keine festen Preise haben“, so Kleinwort. Zwar ziehen die Getreidepreise, aber der Schweinemarkt liege mit seinen Erlösen immer noch im Tal. Die Flächenprämie hingegen sei ein „Bürokratiemonster“ geworden. Er hofft darauf, dass die Landwirte einmal ohne sie auskommen „damit wir nicht länger damit gegängelt werden können.“

Mit dem Mindestlohn müssen die Landwirte wie alle anderen fertig werden, hier sei der Kreis Pinneberg durch die lohnintensiven Baumschul- und Obstbetriebe besonders betroffen. Eine Entschädigung von der Landesregierung forderte Kleinwort für die Bekämpfung des hochgiftigen Jakobskreuzkrautes, das sich besonders auf ausgehungerten Naturschutzflächen ausbreitet. Kleinwort kritisierte zu viele Novellierungen und zu viel Ideologie innerhalb der Landesregierung – aber schließlich seien die Landwirte Kummer gewohnt: „Wir wollen uns nicht mehr darüber ärgern, sondern uns nur noch wundern.“

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