Hände weg von der Haifischsuppe

Robert Marc Lehmann zeigte viele Unterwasser-Aufnahmen, wie diese hier mit einem Hai.
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Robert Marc Lehmann zeigte viele Unterwasser-Aufnahmen, wie diese hier mit einem Hai.

Meeresbiologe Robert Marc Lehmann erzählte Birkenallee-Grundschülern von sinnloser Jagd und mit Plastik verschmutzen Meeren

shz.de von
31. Januar 2018, 16:05 Uhr

Die Projektwoche „Ökosystem Meer“ in der Grundschule Birkenallee startete mit einem eindrucksvollen Vortrag des Meeresbiologen und National-Geographic-Fotografen Robert Marc Lehmann. Er gab den Kindern mit seinen Bildern Einblicke in den Lebensraum unter Wasser und vermittelte gleichzeitig, wie der Mensch die dort lebenden Tiere gefährdet.

An vier Projekttagen beschäftigen sich die rund 300 Grundschüler im Klassenverband mit dem Ökosystem in den Weltmeeren. Den Auftakt bildete der Vortrag. Gesponsert worden ist die Aktion von der Klimaschutz-AG des Kreises Pinneberg, und so waren auch Valerie Wilms (Grüne), Cornelia Maßow (FDP) und Burghard Schalhorn (KWGP) vom Kreisumweltausschuss unter den Zuhörern, ebenso wie die Kreisklimaschutzbeauftragte Anja Vratny.

„Ihr habt das bestimmt auch schon mitgekriegt im Urlaub, wie viel Müll da am Strand rumliegt“, sagte die Umweltausschussvorsitzende Wilms, „auf Plastik sollte man möglichst verzichten, denn das geht nicht von allein kaputt.“ Wie es in unbewohnten Gegenden aussieht, wo keiner aufräumt, das zeigte Referent Lehmann anhand seiner Dias. Am Strand von „Shark Island“ zum Beispiel stapelt sich der Plastikmüll, der für 500 Jahre bleibt. „Man kann ganz viel Plastik vermeiden, Glasflaschen, Bambuszahnbürsten und Papp-Q-Tips nutzen“, rät der Biologe.

Für seine Lieblingstiere, die Haie, setzt sich Lehmann besonders ein. Dass Haie gefährlich sind, sei ein Mythos: „Pro Jahr gibt es 50 tödliche Unfälle mit Haien, doch durch Katzen- und Hundebisse sterben jährlich 30 000 Menschen. Wir Menschen sind viel gefährlicher für die Haie als sie für uns, wir töten 200 Millionen Tiere pro Jahr.“


Den Haien werden die Flossen abgeschnitten

Der Unterwasserfotograf vergegenwärtigte den Schülern, dass Fische ein Gehirn haben und damit Schmerz fühlen. Den Haien schneide man bei lebendigem Leib die Flossen ab, um Haifischflossensuppe daraus zu machen. Als Köder würden Delfine eingesetzt − trotz eines Verbots. Lehmann zeigte den Kindern auch eine Sequenz über die Haifischjagd, die große Betroffenheit auslöste. Der Aktivist erklärte, dass Haie für das Ökosystem im Meer sehr wichtig sind, denn als „Gesundheitspolizei“ vertilgen sie die Kadaver toter Meeresbewohner. Von den gejagten Haien wird nur die Flosse verzehrt, der restliche Körper weggeworfen. Außerdem schmecke die aus Knorpel bestehende Flosse gar nicht, den Geschmack erhalte die Suppe durch Hühnerbrühe. Lehmann ließ sich daher von den Kindern versprechen, dass diese niemals Haifischsuppe essen würden, um „diesen bescheuerten Quatsch“ zu beenden.
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