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Uetersener Nachrichten

15. Dezember 2017 | 23:26 Uhr

Diskussion : Habeck und der Atommüll

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Am vierten Jahrestag der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima haben am Mittwoch auf dem Alten Markt in Elmshorn rund 70 Menschen mit einer Mahnwache der Opfer gedacht und erneut die Abschaltung des Atomkraftwerks Brokdorf noch vor 2021 gefordert. Im Anschluss zogen sie weiter ins Rathaus und nahmen teil an einer Diskussionsveranstaltung mit Energiewendeminister Robert Habeck.

shz.de von
erstellt am 12.Mär.2015 | 20:00 Uhr

Marianne Kolter von der organisierenden Anti-Atom-initiative im Kreis Pinneberg kritisierte die Pläne Japans, die seit dem Unglück stillgelegten Atomkraftwerke nun doch wieder hochzufahren. Das sei vollkommen insdiskutabel, rügte sie während der Kundgebung, und forderte die Bundesregierung gleichzeitig auf, anderen Ländern vorzumachen, „dass es auch ohne Atomkraft geht“.

Versöhnlichere Töne dagegen von Peter Dickel, Sprecher der AG Schacht Konrad, die sich kritisch mit den Überlegungen auseinandersetzt, im ehemaligen Stollen Schacht Konrad ein Endlager einzurichten. „Ich habe Respekt vor der Leistung der Japaner, die vier Jahre lang ohne Atomenergie ausgekommen sind“, sagte er. Später, im Kollegiumssaal des Rathauses, warb Energiewendeminister und Schleswig-Holsteinischer Vertreter in der Endlager- Suchkommission, Robert Habeck, um Verständnis für seine Arbeit. Mit dem Ausstieg sei das Thema Atommüll noch lange nicht erledigt. „Das beschäftigt uns noch Jahrzehnte“, sagte er.

Die Arbeit der Suchkommission komme nur langsam voran, auch weil jeder Schritt von der Öffentlichkeit kritisch beäugt werde. Und er warnte vor überzogenen Hoffnungen in Bezug auf die Geschwindigkeit, mit der eine Entscheidung falle. Habeck rechnet damit, dass es noch mehr als 30 Jahre dauern wird, bis ein Endlager endlich in Betrieb genommen werden kann.

Unter seinen Zuhörern saß auch Anke Dreckmann, die zusammen mit ihrem Mann Peter erfolgreich gegen ein Zwischenlager in Brunsbüttel geklagt hat. Nun dürfen hoch radioaktive Brennelemente nicht länger dort verbleiben, für die bislang neun Castorbehälter, die auf dem Gelände des Atomkraftwerks gelagert werden, muss eine andere Lösung gefunden werden. Das mache den Zeitplan für den Rückbau des Kraftwerks unter Umständen zunichte, so der Grünen-Minister.

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