Nachwuchs : Guten Tag, auf uns könnt ihr bauen

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Die Gemeinde muss bei Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren, diese in angemessener Weise beteiligen. Hierzu muss die Gemeinde über die Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner nach den §§ 16 a bis 16 f hinaus geeignete Verfahren entwickeln.

shz.de von
08. Februar 2013, 19:47 Uhr

Bei der Durchführung von Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren, muss die Gemeinde in geeigneter Weise darlegen, wie sie diese Interessen berücksichtigt und die Beteiligung nach Absatz 1 durchgeführt hat.

So heißt es im Paragrafen 47f der Gemeindeordnung für Schleswig-Holstein. Muss, nicht kann oder sollte. Doch was tun? Wie beteiligen, wenn die Jugend nicht kommt? Der Gesetzgeber kennt kein Pardon. Die Rechtsvorschrift ist eindeutig: Suchet und findet! Die Gemeindeordnung gilt auch in Uetersen. Auch dort ist der Nachwuchs an den Entscheidungen der Gemeinde zu beteiligen. Doch eine geeignete Form wurde vor Ort bislang nicht gefunden, an einen Jugendbeirat war gar nicht zu denken. Mehr als ein punktuelles Interesse konnte nicht geweckt werden. Und auch das wurde nur von wenigen artikuliert. Die Erwachsenen haben den Anschluss verloren.

Doch die „Story ohne Fortsetzung“ könnte schon bald Geschichte sein. Denn: Saskia und Niklas Reibe, zwei Uetersener Jugendliche, sind aktiv geworden, haben die Werbetrommel gerührt und kurz darauf eine Gruppe von Interessierten um sich versammeln können, die nun ein gemeinsames Ziel haben: die Gründung eines Jugendbeirates.

Er soll eine ähnliche Struktur aufweisen wie der Seniorenbeirat, den es schon seit vielen Jahren in der Rosenstadt gibt. Das vierköpfige Interessenvertretungsgremium für die Belange der älteren Mitbürger hat so einiges erreicht. Jetzt möchten auch die Jugendlichen ihre Beteiligungsrechte ausüben können und wirkungsvoll mitarbeiten. Wenn es um Fragen eines Jugendcafés unter professioneller Leitung in Uetersen geht oder um einen zentralen Partyraum, wenn die Nutzungsrechte des Jugendzentrums verhandelt werden oder es um die Zukunft des Uetersener Gymnasiums geht, wollen die Jugendlichen in Zukunft in die politischen Entscheidung einbezogen werden. Daher soll möglichst noch im Frühjahr eine Wahl zum Jugendbeirat erfolgen. Weitere Kandidaten sind natürlich willkommen.

„Wir wollen uns jetzt erst einmal bei der Verwaltung erkundigen, welche Unterstützung wir dort erhalten. Wir hoffen, dass uns Gehör geschenkt wird“, so Saskia Reibe, die selbstbewusst nach vorne blickt.

Die zwölf Jugendlichen, die angetreten sind, um die Interessen des Nachwuchses in Zukunft zu artikulieren, sind an der nachhaltigen Mitarbeit interessiert. Daher sind sie sich auch bewusst darüber, dass neben der täglichen Arbeit für ihre Stadt auch die Nachwuchsgewinnung ein ewiges Thema bleiben wird. Denn auch sie „entwachsen“ dem jugendlichen Alter irgendwann. Und viele Themen verlangen im zähen politischen Alltagsgeschäft bekanntlich das intensive „Bohren dicker Bretter“. „Guten Tag, auf uns könnt ihr bauen“, so lautet der Slogan der Mädchen und Jungen aus der Rosenstadt, die sich engagieren wollen. Die Politiker wird’s freuen.

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