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Jollenprojekt : Gute Erlebnisse für Kinder mit Förderbedarf

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es gibt immer mehr Kinder, die einen hohen sozial-emotionalen Förderbedarf haben. Was auch immer die Ursache dafür ist, spielt beim Kooperativen Schultraining mit dem Ziel der Reintegration dieser Kinder in den Klassenverband zunächst erst einmal keine Rolle. Vielmehr geht es den Pädagogen an der Bleekerstraße darum, die Kinder dort abzuholen wo sie stehen und sie mithilfe dieser Basis zu stabilisieren und ihnen lebensnahe, gute Erlebnisse und Erfahrungen zukommen zu lassen.

shz.de von
erstellt am 05.Jun.2013 | 17:55 Uhr

Die Mädchen und Jungen werden beim Schultraining aus dem Klassenverband herausgenommen und lernen an der Bleekerstraße, in den Räumen der ehemaligen Rettungswache und auf dem Gelände von „Hus Sünnschien“ in Langes Tannen die Übernahme von Verantwortung für das Gelingen des Ganzen. Ihnen werden Erfahrungen des Aufeinanderangewiesenseins vermittelt. Die Kinder lernen, ihre Fähigkeiten zu erkennen. So steigt das Selbstwertgefühl und verhilft ihnen im besten Fall dazu, sich nach und nach im Klassenverband zurechtzufinden. In etwa 80 Prozent der Fälle gelinge das, so Jörg Matthews von der Awo, zuständig für das Schultraining, das einen Teil des gestuften Unterstützungssytems im Kreis darstellt.

Neben der Awo sitzen Uetersens Schulen (Rosenstadt-, Birkenallee- und Geschwister-Scholl-Schule), die Stadt, der Kreis Pinneberg, das Jugendamt und das Schulamt im Boot des Kooperativen Schultrainings. Und das jetzt sogar direkt. Denn bei dem neuesten Lernprojekt (mit solchen Projekten werden die besten Erfolge erzielt) handelt es sich um eine etwa 40 Jahre alte Jolle. Das Schultraining (Sozialarbeiter und Schüler) widmete sich der Restaurierung des Piraten, das jetzt auf den Namen „Dornröschen“ getauft werden konnte. „Dornröschen“ deshalb, weil eine Seelenverwandschaft zur Märchenfigur bestehe, so Projektleiter Jürgen König in Anwesenheit der vielen Taufgäste: Dornröschen sei während ihres langen Schlafes quasi an ihrer Weiterentwicklung gehindert worden. Und um nachholende Entwicklung (im sozial-emotionalen Bereich) geht es auch im Schultraining. Die nun anstehenden Segeltörns und das ganze Drumherum (Pflege, vorbereitende Arbeiten, Theorie) sind nach Ansicht der Sozialpädagogen aber auch der Lehrer bestens geeignet, um den Kindern die Werte zu vermitteln, auf die es in der Gruppe (Schule) aber auch später im Arbeitsleben ankommt.

Zudem gibt es Abenteuer aus erster Hand Das Boot wird auf dem Vereinsgelände des Wassersportclubs Haseldorf untergebracht. Der befindet sich nur wenige Meter von der Elbe entfernt.

Y> „Danke“ sagen Matthes, König und alle anderen am Kooperativen Schultraining Beteiligten den Förderern und Unterstützern. Insbesondere diesmal der Hamburger Sparkasse, die das Geld für die Restaurierung von „Dornröschen“ zur Verfügung stellte – über den Verein zur Förderung von Uetersener Jugendprojekten.

In Uetersen ist das Kooperative Schultraining „groß“ geworden. Dort hatte es 2008 seinen Ausgangspunkt. Inzwischen gibt es auch in Pinneberg/Quickborn, Elmshorn/ Barmstedt und Wedel Kompetenzzentren ähnlicher Struktur. Auch andere Kreise haben sich bereits für diese Maßnahme interessiert. Und sogar im Ministerium kennt man das Schultraining und hat es schätzen gelernt. „www.awo-sh.de“.

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