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Sitzung des Seniorenbeirats : Gutachten ist das Papier nicht wert

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Der Verkehrsentwicklungsplan ist nicht das Papier wert, auf dem er gedruckt wurde.“ Dieses vernichtende Urteil über das von der Stadt Tornesch in Auftrag gegebene Gutachten hat Seniorenbeiratsvorsitzender Ralf Fromhein gefällt und gewohnt deutliche Worte gefunden, um seine Meinung zu äußern.

Fromhein war der auf der Internetseite der Stadt geäußerten Möglichkeit nachgekommen, Stellung zu dem vom Wasser- und Verkehrs‐Kontor Neumünster angefertigten Verkehrsentwicklungplan Stellung zu beziehen. Das tat er als Privatmann und als Vorsitzender des Seniorenbeirats. Wobei er deutlich machte, dass er nicht für den Seniorenbeirat als Ganzes sprach.

Er empfahl seinen Kollegen Siegrid Pallas, Georg-Günter Haese und Werner Ruckenbiel ebenso wie allen anderen Tornescher Bürgern, von ihrer Möglichkeit, sich zu äußern, Gebrauch zu machen.

Bis zum 14. September nimmt die Stadt Tornesch Stellungnahmen entgegen. Der Plan selbst kann über die Internetseite heruntergeladen werden. Gedruckte Versionen sind auf Anfrage bei Verwaltungsmitarbeiter Rainer Lutz erhältlich. Fromhein hatte sich die Mühe gemacht, sich durch das 70-Seiten starke Gutachten zu arbeiten und zu allen wesentlichen Punkten Stellung zu beziehen.

Der Beiratsvorsitzende zweifelte an, dass die Gutachter sich vor Ort informierten oder mit den entsprechenden Stellen in Kontakt traten. Um beispielsweise den tatsächlichen Nutzen des Bahnverkehrs zwischen Tornesch und Uetersen zu ermitteln, hatte Fromhein E-Mail-Kontakt zur Feldmühle aufgenommen und erfahren, dass der papierverarbeitende Betrieb die Bahnstrecke an jedem Werktag nutzt, um rund 20 Waggons hin- und herzutransportieren. Die Studie war von zwei Waggons pro Strecke ausgegangen. „Hochgerechnet auf 2015 kann man also von 2200 Waggons ausgehen. Für die kommenden Jahre ist mit einem Aufkommen von bis zu 2400 Waggons pro Jahr zu rechnen. Das entspricht bei 63 Tonnen pro Waggon circa 6000 Lkw,“, heißt es in der Antwort. Die Stadt Tornesch hätte hier dringend nacharbeiten lassen müssen, so Fromhein. Seine Quintessenz: „Bei der Maßnahmenbeschreibung fehlt mir das Verständnis zu erkennen, dass eine Verkehrsentlastung erreicht werden kann.“

18 Maßnahmen - und keine fand Zustimmung

Alle 18 aufgeführten Maßnahmen nahm Seniorenbeiratsvorsitzender Ralf Fromhein im Detail unter die Lupe - darunter den Knotenpunkt Ahrenloher Straße/Esinger Straße/Friedrichstraße, den Knotenpunkt Ahrenloher Straße /Wilhelmstraße, den Bahnübergang Pinneberger Straße, ein Parkdeck in der Hamburger Straße, eine Stadtbuslinie, eine Stadtbahntrasse zwischen Uetersen und Tornesch, die Erhöhung der Bahnhalte am Bahnhof Tornesch sowie Vorschläge für Radfahrer und Fußgänger. Zustimmung gab es vom Beiratsvorsitzenden für keine Maßnahme. Eine Rechtsabbiegespur im Bereich Ahrenloher Straße/Esinger Straße/Friedrichstraße hält er für nicht realisierbar - ebenso wie die meisten anderen Maßnahmen. „Die Verlagerung von der Schiene auf Lkw-Verkehr ergibt keine Verkehrsentlastung, sondern eine weitere deutliche Belastung“ so Fromhein.

Denkbar wäre seiner Meinung nach der Ausbau einer Fahrradschnellverbindung über die Uetersener Straße und den Tornescher Weg. Um Parkraum zu schaffen, schlägt der engagierte Tornescher vor, die vorhandene Parkfläche an der Hamburger Straße mit einem ersten Deck mit 75 Stellplätzen und weitere Decks mit 50 Stellplätzen zu schaffen. Der Betrachtungswinkel für Rollatornutzer und Rollstuhlfahrer und deren Bedürfnisse fehlten in dem Verkehrsentwicklungsplan völlig. Ebenso vermisste der Beiratsvorsitzende die Betrachtung des ruhenden Pkw-Verkehrs und damit der Parkplätze für Behinderte sowie der Fußgänger-/Radfahrer-Situation vor den Schulen und Kitas. Was außerdem fehle seien Kontaktstreifen in der Fahrbahn zur Bedarfsermittlung für Ampelschaltungen.

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erstellt am 23.Aug.2015 | 19:24 Uhr

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