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Friedenswerkstatt : Gut gegen persönliche Krisen

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In einer Resolution haben führende Mitglieder der Friedenswerkstatt Wedel dazu aufgefordert, am Sonntag nur die Parteien zu wählen, die sich „unmissverständlich gegen einen Militärschlag gegen Syrien“ aussprechen. Gleichzeitig appellierte das Bündnis an die Politiker, keiner „Strafaktion“ gegen das Land zuzustimmen, da sie immer vor allem Umschuldige treffe.

In einem Gespräch mit den Uetersener Nachrichten forderten Irmgard und Wolfram Jasker gestern, stattdessen die humanitäre Hilfe auszubauen, mehr syrische Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen und Waffenlieferungen in das Nahost-Land zu stoppen. „Wenn von 5000 Syrern die Rede ist, die hier unterkommen, dann klingt das erstmal viel. In Wirklichkeit aber ist das für ein reiches Land wie unseres sehr wenig“, sagte Irmgard Jasker.

Seit Gründung der Friedenswerkstatt im Kreis Pinneberg 1978 und zwei Jahre später der in Wedel gehört das Ehepaar zu den Sprechern. Sein Name ist untrennbar mit der regionalen Friedensbewegung verbunden, taucht aber immer dann auf, wenn es darum geht, Solidarität mit Schwächeren zu üben und denen zu helfen, die das nicht selber können. Dafür ist Irmgard und Wolfram Jasker kaum ein Weg zu weit. Die Ostermärsche, Hiroshima-Mahnwachen, das Flüchtlingscafé, Anti-Kriegstage, Obdachlosen-Weihnachtsfeiern, Infostände und Informationsveranstaltungen gehören seit vielen Jahrzehnten zu ihrem Programm. Für ihre Überzeugungen haben sie sich belächeln, manchmal sogar bepöbeln und bedrohen lassen.

Heute sind das Durchhaltevermögen und die humane Einstellung gleich mehrfach ausgezeichnet: Irmgard Jasker bekam 2003 für ihr soziales Engagement die Ehrennadel der Stadt Wedel, in diesem Monat außerdem den Sozialpreis und zählt spätestens seit einer Ausstellung der Frauengeschichtswerkstatt im Mai dieses Jahres, für die auch über sie geforscht wurde, zu den einflussreichsten Frauen in Wedel.

„Friedensarbeit hält jung, und etwas für andere zu tun, ist ein gutes Mittel, um persönliche Krisen zu bewältigen“, sagte sie. Einer der Gründe, warum die Lehrerin und dreifache Mutter (zwei Söhne und eine Tochter) auch in Zeiten großer Arbeitsbelastung von ihren Ehrenämtern nie gelassen hat. Diese Überzeugung ließ sie und ihren Mann außerdem durchhalten, als die Gesellschaft in den 80er und 90er Jahren zunehmend unpolitischer wurde, „Friedensbewegte“ als Träumer und spinnerte Idealisten abgetan wurden. „Uns war immer klar, dass wir mit der Friedenswerkstatt etwas für den Zeitpunkt vorhalten wollten, an dem sich die Leute wieder besinnen“, sagte sie. Die Entwicklung gibt ihr und ihrem Mann recht.

Und dann ist da ihre Gewissheit, dass ein Krieg niemals das Mittel der Wahl sein kann. „In jedem Krieg stirbt zuerst die Wahrheit, dann sterben die Unschuldigen“, sagte Irmgard Jasker. Noch, so betonte die 69-Jährige, hätten sich die Warnungen der Friedensaktivisten immer bewahrheitet. „Da fragt man sich doch, wer hier unter Realitätsverlust leidet?“

Sollten sich die westlichen Staaten für eine militärische Intervention in Syrien aussprechen, wird sich das Wedeler Ehepaar zusammen mit Gleichgesinnten auf den Weg nach Hamburg machen und und dort an einer Demonstration teilnehmen.

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erstellt am 18.Sep.2013 | 19:42 Uhr

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