Projekt : Grundschüler erobern die Manege

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„Echte Ziegen“ entfährt es einem erstaunten Schüler, als die Vierbeiner die Manege des „Circus Quaiser“ betreten. Geführt werden sie von drei Grundschülern, wobei man es auch andersherum sehen könnte: Die Tiere scheinen zu wissen, was von ihnen gefordert ist. Allerdings wird schon mal ein Hindernis oder ein Sprung ausgelassen. Dann sorgen die Mädchen und Jungen mit Unterstützung des Zirkus-Teams dafür, dass die Kunststücke korrekt ausgeführt werden.

shz.de von
19. Mai 2015, 21:44 Uhr

In dieser Woche steht für die 129 Kleinen der Heinrich-Eschenburg-Schule Zirkus auf dem Stundenplan. Am Montag halfen die Viertklässler beim Aufbau. Am kommenden Freitag wird den Zirkusleuten wieder beim Abbauen geholfen.

Gestern gab es einen Schnuppertag, bei dem die Schüler sowohl Zuschauer als auch Akteure waren. Von den Logen aus konnten sie die ersten Gehversuche der Mitschüler verfolgen. Vorher waren sie in zwei Gruppen eingeteilt worden. Es sind damit zwei unterschiedliche Vorstellungen zu sehen, während denen sie ihr neu erworbenes Können vorführen. Es werden unter anderem Seiltänze und eine Luftakrobatik zu sehen sein. Ein Fakir und Trapezkünstler treten auf. Ferner gibt es ein buntes Rahmenprogramm.

Zirkusdirektor Jakob Quaiser nutzte seine Erfahrung, um die Kinder auf die für sie passenden Auftritte einzuteilen. Vor den Aufführungen gibt es eine ganztägige Generalprobe. Zudem werden die Kinder geschminkt und betreten in typischer Zirkusverkleidung das Rund. Der Chef verspricht eine „richtige Show“, unter anderem mit Lichteffekten und Nebelschwaden. „Die Kinder sind mit großer Begeisterung dabei“, erklärt Rektorin Andrea Zwack die Kooperation mit dem Circus Quaiser. Sie lernten eine andere Welt kennen, gewännen ganz neue Eindrücke. Das sei besonders in Zeiten von Handy und Internet wichtig, so die Pädagogin.

Was das Leben als Fahrensleute auch bedeuten kann, erfuhren die Kinder übrigens während der gestrigen Proben. Ein Platzregen ging über Holm nieder, der auf das Zeltdach trommelte und die Wiesen des Dorfplatzes unter Wasser setzte.

Jakob Quaiser leitet in fünfter Generation das Familienunternehmen. Vor 16 Jahren kam man auf die Idee, neben den Vorstellungen die Arbeit mit den Kindern anzubieten. Zumeist sind es Grundschulen, manchmal wird mit Fünft- und Sechsklässlern gearbeitet. Zwölf Euro pro Kind kostet die Zirkuswoche. Die Eltern zahlen zehn, der Schulverein unterstützt das Vorhaben mit je zwei Euro. Die beiden Vorstellungen beginnen am heutigen Mittwoch und am morgigen Donnerstag um 18 Uhr. www.circus-quaiser.de

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