Grünkohl und Politik

Der CDU-Kreisvorsitzende Christian von Bötticher (von links) wurde als Referent im Heidgrabener Sportlerheim von den Vorsitzenden der CDU-Ortsverbände Daniel Kölbl (Tornesch), Alexander Böhm (Uetersen) und Egbert Hagen (Heidgraben) begrüßt.
Der CDU-Kreisvorsitzende Christian von Bötticher (von links) wurde als Referent im Heidgrabener Sportlerheim von den Vorsitzenden der CDU-Ortsverbände Daniel Kölbl (Tornesch), Alexander Böhm (Uetersen) und Egbert Hagen (Heidgraben) begrüßt.

CDU-Kreisvorsitzender von Bötticher mahnt Schuldenabbau und Herz für den Mittelstand an

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14. Februar 2018, 16:05 Uhr

Gemeinsam laden die CDU-Verbände Uetersen, Tornesch und Heidgraben reihum seit mehreren Jahren zu einem Grünkohlessen mit Gesprächen über die große und kleine Politik ein. Diesmal waren die Heidgrabener Christdemokraten Organisatoren der Veranstaltung. Sie hatten das Grünkohlbüfett im Sportlerheim bei Wirt Thomas Vossbeck bestellt. Mehr als 50 Christdemokraten, darunter der CDU-Kreisvorsitzende Christian von Bötticher als Gastreferent, sowie Freunde der CDU waren der Einladung gefolgt.

Bevor das Grünkohlbüfett eröffnet wurde, ergriff von Bötticher das Wort zur aktuellen Politik und sparte dabei nicht mit Kritik. „Was würden Sie tun, wenn sie Bundeskanzler wären?“, fragte er − und beantwortete die Frage gleich selbst, aber nicht nur aus politischer Sicht, sondern auch als Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates der CDU und als Geschäftsführer der Köllnflocken-Werke. „Sie würden sich die Bilanzen ansehen.“ Für die Bundesrepublik bilanzierte von Bötticher eine boomende Volkswirtschaft und „sprudelnde“ Einnahmen. Deshalb müssten eine Steuerentlastung für die Bürger und eine Schuldentilgung auf der politischen Agenda stehen. „Aber der Staat spart sich gesund an seinen Bürgern. Und sie nehmen es hin und regen sich nicht auf.“ Von Bötticher führte die schmelzende Altersvorsorge der Bürger aufgrund der niedrigen Zinspolitik und das Leiden der Mittelschicht unter dem Spitzensteuersatz bei einem Bruttomonatseinkommen von 5000 Euro an. „Das sind keine Reichen. Das ist ein Fehler, so zu handeln. Wir müssen doch die Menschen, die die Zukunft gestalten, entlasten“, forderte von Bötticher.

Er wies auch auf die großen Schwierigkeiten von mittelständischen Unternehmen bei der Nachfolgersuche hin. Bundesweit würden in den nächsten Jahren 500 000 Betriebsübergänge anstehen. Für mehr als die Hälfte sei jedoch kein Nachfolger aufgrund der Belastungen für mittelständische Firmen in Sicht. Er warb dafür, mehr Politiker in die Parlamente zu wählen, deren Herz für den Mittelstand und eine Geldpolitik zum Schuldenabbau und für vernünftige Investitionen schlägt. Den zwischen CDU/CSU und SPD ausgehandelten Koalitionsvertrag bewertete er als einen Vertrag mit „Licht und Schatten“. Auf der Lichtseite führte er den Investitionsbereich an. „Der Verkehrsknotenpunkt Hamburg mit A 23 und Bahnverkehr wird wahrgenommen. Es besteht zum ersten Mal die Chance für ein drittes Gleis“, so die Einschätzung des CDU-Kreisvorsitzenden.

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