B-Plan 73 : Grüne stehen alleine da

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Bereits in der Bürgerfragestunde wurde der B-Plan 73 „Nördlich Lindenweg“ (der B-Plan gilt für einen Teilbereich von „Tornesch Am See“) zum Thema. „Wer bestimmt in Tornesch, was gebaut wird? Besteht Einfluss eines vermutlich dem Bürgermeister nahe stehenden Investors auf das Bauvorhaben Tornesch am See?“, fragte ein Anwohner des Lindenweges. Hinter seinem Grundstück werden die ersten Geschosswohnungen sowie Doppel- und Reihenhäuser von „Tornesch am See“ entstehen.

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09. September 2011, 21:45 Uhr

SPD, CDU und FDP-Politiker stimmten dem Entwurf und seiner Auslegung zu. Die beiden Grünen-Politiker folgten nicht der Beschlussempfehlung der Verwaltung. Sie sahen in dem der Politik am 5. September in der Bauausschuss-Sitzung vorgelegten Entwurf Veränderungen, die ihrer Ansicht nach noch einmal in eine Öffentlichkeitsbeteiligung gehört hätten. Diese war bereits erfolgt, allerdings mit einem Entwurf des Büros Schellenberg und Bäumler, dem Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs und von der Stadt für die weiteren Planungen beauftragt. Da allerdings zwischen der Stadt und dem Architekturbüro mit Sitz in Regensburg und Dresden im Laufe der Zeit „Verständnisschwierigkeiten“ auftraten und kein gemeinsamer Nenner mehr gefunden werden konnte, wurde das Büro Maysack-Sommerfeld eingeschaltet.

Und Wolfgang Maysack-Sommerfeld stellte fest, dass für die baulichen Planungen die im ursprünglichen Entwurf enthaltene Grundflächenzahl (GRZ) 0,3 (30 Prozent der Grundstückfläche dürfen überbaut werden) nicht ausreichend sei. Und so musste das Büro Schellenberg und Bäumler die GRZ auf 0,4 erhöhen. Der ursprüngliche Entwurf sah eine Konzentration der Stellplätze entlang der zentralen Erschließungsstraße sowie in Tiefgaragen vor. Da die Anzahl der Stellplätze in dieser Form nicht ausreichte, wurden in dem aktuellen Entwurf zusätzlich zu den Tiefgaragen Stellplätze auch in den rückwärtigen Freiflächen der Wohnbebauung vorgesehen, so die Erläuterung der Verwaltung. Neben der Erhöhung der GRZ fiel den Grünen auch die Verringerung der Abstandsflächen zwischen der Altbebauung am Lindenweg, der Wegfall eines „Grünen Fingers“ (durchgehender Grünzug) sowie des Spielplatzes auf. „Grünzug und Spielplatz wollen wir natürlich“, so der Bürgermeister.

Die Grünen sprachen von „erheblichen Veränderungen“ im Vergleich zu dem Plan, der bei der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung vorgelegen hatte und plädierten für ein Wiederholen der Öffentlichkeitsbeteiligung. Dies sahen Verwaltung sowie die Politiker von SPD, CDU und FDP nicht so. „Formell kann man direkt in die Auslegung gehen. Ob man die Öffentlichkeitsbeteiligung wiederholt und in welchem Rahmen, ist Sache der Stadt“, so Ingenieur Maysack-Sommerfeld. Auch den Antrag der Grünen, dass in dem neuen Entwurf die alten Baugrenzen eingearbeitet werden, lehnten SPD, CDU und FDP ab. Allerdings stimmten sie zu, dass die Dachneigung der Häuser so festgeschrieben wird, dass sie für Solaranlagen geeignet sind.

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