Laudatio in der Feuerwache : Großfeuer in Elmshorn: Breitner dankt den Einsatzkräften

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Eine Katastrophe konnte gerade noch einmal abgewendet werden. Doch für 170 Menschen endete das Großfeuer in der Nacht zum 22. Juni (wir berichteten) in der Obdachlosigkeit. Sie können ihre Wohnungen an der Beethovenstraße nicht mehr betreten. Mehr als 400 Helfer von Feuerwehr und THW waren über viele Stunden hinweg bemüht, das Feuer im Dachstuhlbereich des achtstöckigen Gebäudes unter Kontrolle zu bekommen. Was ihnen schließlich auch gelang. DRK-Helfer versorgten während dieser Zeit die Bewohner mit dem Nötigsten.

shz.de von
29. Juni 2014, 21:57 Uhr

Der Großbrand erzeugte Schlagzeilen. Und auch in Kiel ist man über den Verlauf der Schreckensnacht im Bilde.

Innenminister Andreas Breitner hat sich am Sonnabend in Elmshorn informiert und zudem den Einsatzkräften persönlich gedankt. Aus diesem Anlass war man in der Elmshorner Feuerwache Nord zusammengekommen.

Der Innenminister erfuhr dort von bitteren Schicksalsschlägen. Viele Wohnungen sind nass, befallen von Pilzen und Schimmel. Das Löschwasser verursacht in aller Regel größere Schäden als das Feuer selbst. So auch diesmal. 90 Prozent aller Bewohner, informierte Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje, hätten keine Hausratversicherung. Und bekämen daher nichts ersetzt. Viele seien nun traumatisiert. Um etliche Betroffene werde sich die Stadt noch lange kümmern müssen.

Breitner erfuhr aber auch von einer Welle der Hilfsbereitschaft. So konnten durch die örtlichen Lions-Clubs und des Vermieters 20000 Euro Spendengelder an die Betroffenen ausgezahlt werden, jeder habe somit 110 Euro erhalten. Den Einsatz selbst beschrieb Wehrführer Stefan Mohr als den größten, den Elmshorn seit der Sturmflut 1962 erlebt habe. Breitner informierte sich über die taktische Vorgehensweise und nahm erfreut zur Kenntnis, dass man im Kreisgebiet sehr gut aufgestellt sei. Das Miteinander funktioniere gut, so Mohr, der aufzählte, welche Feuerwehren schließlich alle im Einsatz waren.

Eine logistische Herausforderung meisterte das DRK, das noch in der Brandnacht für 600 Menschen Nudeln gekocht hatte.

Der Innenminister kennt die Probleme der Wehren vor Ort. Und auch die Sorgen der Nachwuchsgewinnung. Stefan Mohr berichtete ihm, dass die Situation in Elmshorn derzeit allerdings stabil sei. Doch auch er wisse, dass Arbeitgeber zuweilen Probleme damit hätten, Feuerwehrleute ziehen zu lassen, wenn der Alarm käme. Um den Druck abzufedern, habe man in Elmshorn sechs Gerätewarte eingestellt, die Kleinbrände am Tage übernehmen würden.

Breitner sagte, dass er bei den Vereinigungen der Wirtschaft dafür werbe, sensibel mit dem Thema umzugehen. Er wisse aber auch, dass der grüßte Teil der Überzeugungsarbeit von den Bürgermeistern geleistet werden müsse. Es folgte ein Rundgang durch die alte Wache an der Peterstraße.

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