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Der Standort wurde gerettet : Großes Aufatmen bei Hatlapa

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Aufatmen bei Hatlapa! Die zum finnischen Konzern Cargotec/MacGregor gehörende Uetersener Maschinenfabrik war Anfang des Jahres in Schieflage geraten, nachdem der Ölpreis eine rasante Talfahrt hingelegt hatte. Das, was Endverbraucher freut, zum Beispiel Autofahrer und Nutzer von Ölheizungen, ist für die Schiffsbau- und Offshoreindustrie schlicht eine Katastrophe.

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2015 | 17:39 Uhr

Knappe Güter sind teuer – demnach muss es sich also beim Öl um ein Gut handeln, das fast grenzenlos zur Verfügung steht. Derzeit ist es auch so. Und es wird wohl noch dramatischer. Der Ölpreis ist bereits bei 40 Dollar pro Barrel angekommen und es ist nicht auszuschließen, dass er Ende des Jahres auf 30 Dollar pro Barrel abgesunken ist.

Das Fracking in den USA und ein Anstieg der Förderung der OPEC-Staaten haben bewirkt, dass es für Reeder kaufmännisch keinen Sinn macht, in neue Schiffe und dabei in moderne Technologien zu investieren. Insofern wurden viele Werftaufträge storniert oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Somit sind auch die Kompetenzen von Schiffsausrüstern nicht mehr gefragt. Hatlapa ist ein solcher Spezialanbieter. Die Fabrik produziert Schiffswinden, Ruderanlagen und Kompressoren. Die Bücher sind nun leer, und auch die nächsten Jahre verheißen nichts Gutes für die Branche. Denn es darf davon ausgegangen werden, dass Ende des Jahres oder Anfang 2016 das Handelsembargo gegen den Iran aufgehoben wird. Der Iran also wieder Öl fördern und verkaufen darf. Das Land braucht dringend Devisen. Das schwarze Gold der Spitzenqualität könnte daher für besagte 30 Dollar/Fass angeboten werden.

Niemand weiß derzeit, wie sich der Markt entwickelt und wann sich die Endlichkeit des Öls irgendwann wieder auf den Preis auswirken wird.

Insofern hatte man sich bei Hatlapa auf das Schlimmste gefasst gemacht: Auf die Schließung des Werks, die von Cargotec/ MacGregor angedroht worden war. In Uetersen hat die Geschäftsführung um Dr. Alexander Nürnberg ein Alternativmodell erarbeitet, welches, nach Modifikation durch die von der Mitarbeiterseite eingesetzte Tarifkommission, Ende Juli Cargotec/MacGregor vorgelegt wurde Die Antwort aus Finnland liegt nun vor. Demzufolge wurde der Uetersener Alternative zugestimmt.

„Zur Sicherstellung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit in einem volatilen (schwer planbaren, Anm. d. Red.) Marktumfeld, passt MacGregor seine Organisation diesen Anforderungen an allen Standorten an“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Kapazitätsanpassung werde in Uetersen bis zum Jahresende etwa 100 Mitarbeiter betreffen. Damit werde 2016 eine Kostenreduktion in Höhe von sieben Millionen Euro erreicht sein. Die angekündigten Maßnahmen würden einmalige Restrukturierungskosten von etwa fünf Millionen Euro hervorrufen.

Konkret bedeutet das, dass nun eine Transfergesellschaft gebildet werden soll, in die Hatlapa und die Bundesagentur für Arbeit einbezahlen. Dafür soll ein Ergänzungstarifvertrages mit der IG Metall erarbeitet werden.

„Das Produktportfolio von MacGregor Hatlapa bleibt unverändert. Winden, Kompressoren und Rudermaschinen der Marke Hatlapa werden, wie in den vergangenen Jahrzehnten, gemäß der Anforderungen der Kunden weltweit geliefert“, heißt es weiter.

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