Erntefest : Großer Trubel auf dem Mölln-Hof

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Sonne und Regen wechselten sich ab, die Laune der Besucher aber blieb gleich: Hervorragende Stimmung herrschte am gestrigen Sonntag beim diesjährigen Erntefest der Gemeinschaft zur Erhaltung von Kulturgut in Tornesch. Deren Mitglieder hatten auf den alten Bauernhof der Familie Mölln im Ortsteil Esingen geladen, wo auch das vereinseigene, volkskundliche Museum beheimatet ist. Zum ersten Mal wurde das von Holger Pott und Pascal Vogt hauptverantwortlich organisierte Erntefest in diesem Jahr zusätzlich mit einem Erntedank-Gottesdienst eröffnet.

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07. Oktober 2012, 17:56 Uhr

Pastor Henning Matthiesen predigte in der Diele des alten Hofes auf Plattdeutsch vor rund 250 Gottesdienst-Besuchern. Dabei erzählte er die Geschichte von dem fleißigen und erfolgreichen Bauern, der immer arbeitet, um irgendwann seinen Reichtum genießen zu können. Doch der Tod macht dem „Workaholic“ einen Strich durch die Rechnung, seinen Lebensabend kann der Bauer nicht mehr genießen.

Ein Gleichnis, mit dem Pastor Matthiesen aufforderte, einmal in sich zu gehen und zu überdenken, das eigene Leben doch zu genießen. Die Betriebsamkeit, immer mehr haben zu wollen, nicht zufrieden sein zu können – an Erntedank sollte das Verhältnis zu sich selbst und auch zu der Natur besonnen überdacht werden.

Musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst mit der Musik des Flötenkreises der Tornescher Gemeinde sowie vorgetragenen Liedern von Michael Mansfeldt. Die Segnung der Erntekrone, die von Mitgliedern der Kulturgemeinschaft für das Erntefest auf dem Mölln-Hof gebunden wurde, rundete den Gottesdienst ab.

„Bei so einem Familien-Gottesdienst ist es ja nicht so schlimm, wenn die Kinder mal nicht so ruhig sitzen“, freute sich Stefanie Hartjes. Die Tornescherin war mit ihren Kindern aber nicht nur wegen des Gottesdienstes gekommen: „Alte Maschinen interessieren uns, und ich finde es toll, dass die Kulturgemeinschaft dies für die Nachwelt erhält.“

Und das Angebot, diese zu erleben, war für Kleine wie Große beim Erntefest der Kulturgemeinschaft riesig. So zeigten der gelernte Metallbaumeister Udo Pieper und Sören Lass mit einer Feldschmiede, wie zu Großmutters Zeiten Nägel und anderes Gerät mühsam hergestellt wurden. In ihrer Feldschmiede ging es heiß zur Sache, mit einem Trittblasebalg wurden die Kohlen heiß gehalten.

Einzig das Produkt seiner Arbeit hatte hingegen Edmund Schulze mitgebracht – seinen Bienen wäre es wohl doch zu kühl gewesen. Dafür zeigte der Imker den Besuchern, wie Honig geschleudert wird und hatte auch historische Bienenkörbe im Gepäck. Weiter präsentierten Trecker-Freunde aus dem Kreis Pinneberg Oldtimer auf der Hofwiese. Wenn es den Besuchern dann zwischendurch doch zu nass wurde, nutzten sie die Zeit, sich im Museum Filme aus den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts anzusehen. Dabei ging es um die Arbeitsabläufe in der Milchwirtschaft und bei der Ernte.

Mit dem großen Erntefest ging der letzte Museumstag des Jahres einher. Die Tore wird der Mölln-Hof dann erst im April wieder für Besucher öffnen.

Bis dahin will die Kulturgemeinschaft mit der volkskundlichen Expertin und Landesarchivarin Birte Raabe vom Museum in Molfsee die Ausstellung überarbeiten und im kommenden Jahr noch besser für die Allgemeinheit präsentieren.

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