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Uetersener Nachrichten

22. Oktober 2017 | 07:10 Uhr

Tafel : Großen Neuendeicher gewürdigt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Einem großen Sohn des Dorfes haben die Gemeindevertreter ihre Hochachtung bezeugt. Über Sönnich Detlef Friedrich Detlefsen (1833 bis 1911) berichtet eine Tafel, die in unmittelbarer Nähe zur Drehbrücke an der Schutzhütte für Radler und Wanderer angebracht worden ist. Während einer kleinen Feier, an dem neben den Politikern auch historisch bewanderte Neuendeicher teilnahmen, wurde das Schild von Bürgermeister Günther Laudan offiziell enthüllt.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 20:38 Uhr

Die Ideen den großen Neuendeicher ein bisschen mehr ins Bewusstsein der Bürger zu rücken, hatte Michael Kruse. Er machte sich schon um den kulturhistorischen Pfad verdient und von ihm kam die Anregung zu einem Neuendeicher Sturmflutbaum. Detlef Detlefsen ist durch seine zweibändige „Geschichte der holsteinischen Elbmarschen“ einer der Urväter der Geschichtschreibung Schleswig-Holsteins. Zudem erarbeitet er mit seiner Glückstädter Alterthümersammlung den Grundstock für das später nach ihm benannte Museum in Glückstadt. Damit gründete Detlef Detlefsen zugleich eines der ersten Museen in Schleswig-Holstein.

Ihn würde man heute wohl als hochbegabt bezeichnen. Er studierte Klassische Philologie und Theologie in Kiel, Bonn und Berlin. Bereits als 22-Jähriger promovierte er. Forschungsaufträge führten den jungen Mann nach Wien, Rom und Paris. Nach Stationen in Kiel und Flensburg wurde er Lehrer, an dem später nach ihm genannten Gymnasium. 1875 wurde er zum Professor, 1904 zum Geheimrat ernannt. Die Schutzhütte mit der Tafel steht in unmittelbarer Nähe zu zwei, für den Gelehrten wichtigen Häusern. Kuhlworth 13 ist er als Sohn des gleichnamigen Lehrers geboren worden. Und in der ehemaligen Gaststätte Timm, Oberrecht 75, saß er, um über sein Heimatdorf für die Geschichte der holsteinischen Elbmarschen zu schreiben.

Mit einem via weltweitem Netz verbreiteten Irrtum konnte der Bürgermeister noch aufräumen. Das Internet-Lexikon Wikipedia nennt Klevendeich als Geburtsort von Detlef Detlefsen. Damit wäre er nach heutigem Verständnis Moorreger. Doch das sei falsch, so Laudan.

Geboren wurde er in dem Haus, in dem auch sein Vater arbeitete, dem Neuendeicher Schulhaus. Das befindet sich eindeutig auf der nordwestlichen Seite der Pinnau. Und durch die Drehbrücke waren Neuendeich und Klevendeich damals noch nicht verbunden. Die wurde erst 1877 erbaut. Vorher mussten Boote benutzt werden, um das Flüsschen zu überwinden.

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