Wohnraumhilfe : Große Wohnungsnot im Kreis Pinneberg

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Die Zeiten, in denen der Begriff „Wohnungsnot“ den großen Metropolen wie Frankfurt, München, oder seit einigen Jahren auch Hamburg vorbehalten waren, sind nun endgültig vorbei. Denn seit geraumer Zeit kämpft auch der Kreis Pinneberg mit umaßvoll steigenden Mieten und Obdachlosigkeit.

shz.de von
10. Oktober 2012, 19:43 Uhr

Der Grund liegt in der besonderen Lage des Kreises: die unmittelbare Angrenzung an die Hansestadt und die guten Verbindungen des öffentlichen Nahverkehrs, zumindest in den südlicheren Pinneberger Raum mit den Städten Wedel, Pinneberg und Elmshorn, führen dazu, dass immer mehr Menschen den steigenden Mieten in Hamburg durch einen Wegzug in den Kreis Pinneberg zu entkommen versuchen. Das Ergebnis ist auch hier ein nun stetig ansteigendes Mietpreisniveau. Insbesondere für Arbeitslose und Bezieher von Arbeitslosengeld II (sogenanntes „Hartz-IV“) stellt dies ein großes Problem dar. Aber auch Geringverdiener, bei denen sogar oft zwei Einkommen nicht ausreichen – insbesondere wenn Kinder zu versorgen sind – um die Familie zu versorgen, stehen vor immer größeren Problemen. Die Mitarbeiter der Sozialen Wohnraumhilfe des Diakonischen Werks in Pinneberg, sahen sich aufgrund dieser gefährlichen Entwicklung genötigt, die Politik über diese Situation zu unterrichten. Insoweit wurden gestern der Fraktionsvorsitzende der Pinneberger SPD, Hans Helmut Birke, der Kreistagsabgeordete und Mitglied des Hauptausschusses Hans Peter Stahl sowie Jens von Häfen, der Büroleiter des Wahlkreisbüros des Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann, ins Bild gesetzt. Die Mieten in kreisfreien Städten sind in den letzten vier Jahren um durchschnittlich 11 Prozent angestiegen. In Hamburg sogar um 28 Prozent. Weiter führt das Gesetz über die energetische Modernisierung vom vermietetem Wohnraum dazu, dass die dann auf die Mieter umgelegten Kosten deren Kaufkraft übersteigen. Der SPD-Kreisverband Pinneberg hatte in einem Antrag die SPD-Bundestagsfraktion bereits aufgefordert, mit einer Gesetzesinitiative auf eine Neuregelung der Kostenbelastung durch energetische Sanierung von Mietwohnungen hinzuwirken.

Die im Sozialgesetzbuch (SGB) bestimmten Obergrenzen für Mietwohnungen von ALG-II-Empfängern, sind mit der Realität nicht mehr vereinbar. Insofern will die Pinneberger SPD nun ein neues Gutachten in Auftrag geben, welches die Mietsituation im Kreis Pinneberg neu bewertet. Freilich benötigt sie dazu einige Zustimmung im Kreistag von Seiten der CDU und der FDP.

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