Große Trauer um Tonia

Wenn die Welt einen Engel verliert, bleiben nur Tränen, Leere und Kälte! Dann verweigert sich das Herz der Realität, sucht der Verstand nach Wegen, um zu begreifen. Seit gestern bekannt wurde, dass die 16-jährige Tonia nicht mehr lebt, gibt es viele Fragen. Nach dem Sinn, nach der Gerechtigkeit! Aber es gibt keine Antworten, nur Schweigen und Stille. Das muss die Familie aushalten, das müssen alle Menschen aushalten, die sich für Tonia engagiert haben, die mit bangten und hofften. Welch’ schwere Last!

shz.de von
24. April 2013, 21:36 Uhr

Dabei gab es auf dem langen und steinigen Weg, den Tonia in den vergangenen Monaten zurücklegen musste, so viele hoffnungsvolle Augenblicke, solche, in denen die Genesung der an Leukämie erkrankten Schülerin schon zum Greifen nah schien. Und es gab dieses unglaubliche Engagement der Menschen in der Region, die sich dem Mädchen und seiner Familie verbunden fühlten und das auch zeigten.

Da war die in Windeseile organisierte Typisierungsaktion im vergangenen Sommer. 1200 Menschen ließen sich in der Haseldorfer Grundschule testen, 150 ehrenamtliche Helfer sorgten an diesem Tag für den reibungslosen Ablauf. Und als wäre das allein nicht schon ein wunderbarer Sieg der Menschlichkeit und der Anteilnahme, kamen auch noch 60000 Euro an Spenden zusammen. Derweil wurde für Tonia unermüdlich und fieberhaft nach einem Knochenmarkspender gesucht.

Als die Ärzte endlich einen „Treffer“ meldeten, schien Tonia das Schlimmste quasi schon überstanden zu haben. Und wirklich: Die Operation verlief nach Plan, die fremden Zellen wurden vom Körper gut angenommen. Der Krebs war besiegt!

Aber sie war schwach, viel zu schwach für den Weg der noch vor ihr lag, wie sich zeigen sollte. Die tückische Krankheit und die Kräfte zehrenden Therapien hatten ihre Spuren hinterlassen. Am Ende half auch der enorme Lebenswille nicht mehr: Tonia entschied sich, ihren ganz eigenen Weg zu gehen.

Tief bewegt bleiben wir nun zurück, können die Entscheidung der jungen Haseldorferin nur akzeptieren. Was bleibt, sind Tränen und unendliches Mitgefühl mit ihrer Familie: Nachbarn und Freunde trauern, ebenso Tonias Mitschüler in der Moorreger Regionalschule An’n Himmelsbarg und schließlich auch die Menschen, die Anteil genommen haben in den vergangenen Monaten.

Niemand bekommt Antworten auf seine Fragen, es gibt auch keine Gerechtigkeit, aber es gibt Hoffnung! Weil wir in schwierigen Situationen immer noch zusammenstehen und zueinander rücken können, weil wir am kommenden Sonntag gemeinsam trauern können und dürfen. Wir danken Dir, Tonia!

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