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Uetersener Nachrichten

17. Oktober 2017 | 03:31 Uhr

SuedLink : Glückstadt statt Hetlingen?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ist dies das entscheidende Argument für eine SuedLink-Trasse bei Glückstadt? Wird damit die bisher von den Tennet-Planern präferierte Elbquerung bei Hetlingen hinfällig?

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2014 | 17:56 Uhr

Erhard Wasmann hörte aufmerksam zu, als Anfang September während der Informationsveranstaltung in Moorrege erstmals von einer zweiten XXL-Trasse die Rede war. Sie soll laut Planung der Bundesnetzagentur zwischen Brunsbüttel und Großgartach in Baden-Württemberg führen, verläuft durch Nordrhein-Westfalen und soll auch das Ruhrgebiet mit Strom aus Windkraft versorgen. Die zweite 500-kV-Leitung wird voraussichtlich zwei Jahre später gebaut und soll nach Aussage der Tennet-Vertreter im Norden so weit es möglich ist über die dann bereits bestehenden SuedLink-Masten verlaufen.

Aus Sicht von Wasmann wäre es nun finanzieller Unsinn, wenn beide Trassen in Schleswig-Holstein in südöstliche Richtung nach Hetlingen verlaufen um dort die Elbe zu queren. Eine der beiden Trassen führt dann aber in südwestliche Richtung und am Ruhrgebiet vorbei in die Nähe des bereits stillgelegten Atomkraftwerk Neckarwestheim. Wirtschaftlich günstiger ist es aus der Sicht des Juristen, den mittleren der drei in der Prüfung befindlichen Verläufe zu nehmen. Der Elbdüker würde dann in dem Bereich bei Glückstadt gebaut, der auch für die A20 vorgesehen ist. Die Trassen wären kürzer, weniger Masten müssten gebaut werden.

Diese Gedanken formulierte er im Rahmen des Einwendungsverfahrens. Wenig später kam er auf die Idee, eine Unterschriftenaktion in Groß Nordende zu organisieren. Innerhalb kurzer Zeit unterstützten 20 Nachbarn seine Bedenken. Die Liste schickt der Rechtsanwalt und Notar seinen Einwendungen hinterher. Wer noch unterschreiben will, kann sich an Wasmann wenden, Dorfstraße 7, Telefon 04122/53846. Die Listen liegen aber auch in Geschäften im Ort aus.

Seiner Parteifreundin, der Landtagsabgeordneten Barbara Ostmeier sandte er die Einwendungen per Mail. Sie stellte das Papier im Kieler Wirtschaftsausschuss vor und stieß damit nach eigener Aussage nicht nur auf das Interesse der Kollegen, sondern auch des Energiewendeministers Robert Habeck (Bündnis90/ Die Grünen). Hoch erfreut war Wasmann, als er in der vergangenen Woche in den UeNa von einem Sinneswandel des Tennet-Chef Lex Hartmann las. Früher ein klarer Hetlingen- Befürworter will er jetzt der Bundesnetzagentur die Glückstadt-Querung empfehlen und schließt auch einen Tunnel bei Brokdorf nicht aus.

Für den Groß Nordender steht fest: Es bewegt sich was.“

www.netzausbau.de/cln_1432/DE/Vorhaben/ BBPlG-Vorhaben/BBPlG-Vorhaben-node.html Weitere Einwände

Die aus seiner Sicht ökonomischere Trassenführung bei Glückstadt ist nicht der einzige Einwand, den Erhard Wasmann machte. So sieht er eine Überlastungen von Seestermüher und Haseldorfer Marsch durch die Strommasten. Problematisch ist aus seiner Sicht die Querung der Pinnau, wo bereits mehrere Stromleitungen verlaufen. Und bei einer Informationsveranstaltung in Horst im März hatte der CDU-Kreistagsabgeordnete bereits die Planer darauf aufmerksam gemacht, dass in ihren Zeichnungen ein Neuendeicher Pferdehof plus Wohnhaus fehlte. Direkt über diesen Bereich soll die Leitung verlaufen. Wasmann wunderte sich, denn bei der Veranstaltung in Moorrege im Spätsommer hatte das Unternehmen mit Sitz in Bayreuth seine Zeichnungen noch nicht nachgebessert.

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