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Internationaler Frauentag : Gleichberechtigung ist keine Utopie

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Am 8. März 1917 streikten in Sankt Petersburg die Arbeiter- und Soldatenfrauen und erstmals auch Bauernfrauen der armen Stadtviertel und lösten damit die Februarrevolution aus. Zu Ehren der Rolle der Frauen in der Revolution wurde auf der Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen 1921 in Moskau auf Vorschlag der bulgarischen Delegation der 8. März als internationaler Gedenktag eingeführt. Seither wird er Jahr für Jahr als Frauentag begangen.

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erstellt am 24.Feb.2015 | 19:55 Uhr

In Deutschland erinnert er an die Gleichberechtigung von Mann und Frau, fußend auf dem in Artikel 3 des Grundgesetzes festgeschriebenen Satz. „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“ und an den langen Weg dorthin:

Am 6. September 1870 durften Frauen erstmals in der Geschichte wählen (im US-Bundesstaat Wyoming). 1891 wird das erste Arbeiterinnenschutzgesetz im Deutschen Reichstag verabschiedet. Frauenarbeit unter Tage wird verboten, der Elf-Stunden-Tag für Frauen sowie vier Wochen bezahlte Ruhepause nach der Entbindung werden eingeführt. Das neue Reichsvereinsgesetz von 1908 lässt Frauen zu politischen Vereinen zu. 1918 erhalten Frauen das aktive und passive Wahlrecht in Deutschland. 1952 erlangt das Mutterschutzgesetz Gültigkeit. 1977 wird vom Bundestag das wegweisende Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts verabschiedet. Im Bereich der persönlichen Ehewirkungen wird Gleichberechtigung verwirklicht. Durch die Beschlüsse der Weltfrauenkonferenz in Peking (1999) und durch den Amsterdamer Vertrag wurde die Bundesregierung verpflichtet, Gender Mainstreaming als Strategie und Methode zur Verbesserung der Gleichstellung von Frauen und Männern einzuführen.

Der Equal Pay Day erinnert jedes Jahr daran, dass der Weg der Gleichberechtigung noch nicht abgeschlossen ist. Dieser Aktionstag in Deutschland (2015 wird er am 20. März begangen) markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, gemessen in Arbeitszeit.

Die beiden Gleichstellungsbeauftragten Christiane Greve (Uetersen) und Inga Pleines (Tornesch) machen am Internationalen Frauentag gemeinsame Sache. Sie laden am 8. März ins Burg-Kinocenter ein. Um 11 Uhr beginnt dort der Film „Verliebte Feinde“, der auf einer wahren Geschichte beruht. Sie thematisiert die Geschichte der Gleichstellung der Frau in der Schweiz.

Im Mittelpunkt steht die Feministin Iris von Roten, die in den 1950-er Jahren die formale Ordnung in der Schweiz in Frage stellt. Von Beruf ist sie Juristin. So wie ihr Mann Peter, den sie während des Studiums kennen gelernt hat.

Der Film ist vom Genre eine Doku-Fiktion, mit der der Weg der Veränderungen beschrieben wird, den die Schweiz in Sachen Frauenrechte gewählt hat. Dort wurde das Wahlrecht für Frauen übrigens erst 1971 eingeführt.

Kritiker sagen, dass die Stärke dieses Films darin liegt, dass er nicht nur das Porträt Iris von Rotens zeichnet, sondern zudem gleichberechtigt von Iris' Ehe mit Peter von Roten erzählt. Die Partnerschaft war für beide eine Herausforderung, da sie, auch hervorgerufen durch die Erziehungsmuster, sehr unterschiedlich waren.

Peter von Roten ist ein eher verklemmter, dabei charismatischer Mann aus katholisch-reaktionärem Schweizer Landadel. Sie hingegen ist eine äußerst eigenwillige, intelligente Protestantin, die nach ihrer Eheschließung weder zum Katholizismus konvertieren, noch sich mit einer Frauen- und Mutterrolle zufriedengeben wollte.

Insbesondere provozierte sie mit ihrem feministischen Manifest „Frauen im Laufgitter“ (1958). Die dort aufgestellten Thesen wirken noch heute recht radikal und zugleich befruchtend.

Karten gibt es zum Preis von sechs Euro an der Kinokasse.

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