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Uetersener Nachrichten

19. Oktober 2017 | 20:54 Uhr

SHMF : Glanzstück mit viel Liebe

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Star aus dem Film „Der bewegte Mann“ war bewegt und hat bewegt – und wie. Schauspieler Joachim Król las beim letzten Schleswig-Holstein Musik Festival Konzert im Kreis Pinneberg im Schenefelder Forum wunderbare, witzige, dramatische Geschichten über die Liebe, die sizilianische Sängerin Etta Scollo bezauberte mit italienischen Liedern zum gleichen Thema, eine Mischung aus Jazz des genialen Paolo Conte, der Volksmusik der verarmten sizilianischen Bevölkerung oder des so großen, authentisch-italienischen Sängers Fabrizio De André, genau in der Linie reiht sie sich ein.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2014 | 21:48 Uhr

Dabei beeindruckt die zierliche Etta Scolla, die privat eher zurückhaltend wirkt, mit einer ungeheuren Bühnenpräsenz, tanzt, bewegt die schönen Arme und Hände, holt den Himmel und ihre Zuhörer näher zu sich.

Und dann diese Stimme. Mal kindlich klar, mal rau, kokett, verlockend, voller Trauer und wieder mit überschäumender Fröhlichkeit. Vereint große italienische Komponisten, Eigenkompositionen und traditionelle sizilianische Lieder zu einer eindrucksvollen Aussage über die unergründlichen Höhen und Tiefen der Liebe, ohne dass das Publikum die Texte sofort verstehen muss, sie passen musikalisch punktgenau zu den von Król gelesenen Texten.

Und Joachim Kròl liest seine Texte nicht nur, er spielt sie, gestikuliert mit Händen und Füßen, unterstreicht mit einer Handbewegung, wischt Unmögliches schnell fort, lebt und lacht über Witzig-Hintergründiges, macht betroffen.

Joachim Kròl ist relativ kurzfristig für den Schauspieler Christian Redl eingesprungen, der eigentlich lesen sollte. Król erweist sich nicht als Ersatz, ist Bereicherung, steht auch nicht zum ersten Mal mit sichtlichem Engagement und Spaß mit Etta Scollo auf der Bühne. Und das Publikum genießt ihn, sein Spiel, seine genaue und bis in die hinterste Reihe perfekt zu verstehende Sprache, die Geschichten von so berühmten italienischen Autoren wie Alberto Moravia.

Selbst das Wetter meinte es gut mit den Festival-Besuchern in Schenefeld, Verdient, wie manche meinen, denn Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (kl. Bild) hatte sich schwer ins schicke Zeug gelegt, um Schenefeld zum zweiten und jetzt sicher nicht zum letzten Mal als Festival-Austragungsort zu etablieren. Zusätzlich gab sie sich viel Mühe, den Charme des eigentlich nüchternen Forums im Gymnasium tüchtig aufzupeppen. Ein großes Catering-Festzelt nahm die Gäste in der Pause und vor sowie nach dem Konzert auf, an hübsch gedeckten Stehtischen mit brennenden Teelichtern ließ es sich gut plauschen. Die Schenefelder hätten sehnlichst auf Kultur mit diesem hohen Level gewartet, meinte die Bürgermeisterin. Das Warten hat sich gelohnt: SHMF-Geschäftsführer Dr. Christian Saalfrank war beeindruckt von so viel Engagement. Der wird Schenefeld bei der Planung in der nächsten Saison bestimmt nicht unter den Tisch fallen lassen.

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