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Bruch mit Traditionen : Gilde stellt einiges auf den Prüfstand

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Wir wollen einiges auf den Prüfstand stellen und es darf und muss auch größere Veränderungen geben.“ Mit diesen Worten hat Ältermann Joachim Henningsen seine Gildebrüder aufgerüttelt. Während der Generalversammlung der Uetersener Schützengilde von 1545 in der Gaststätte „Zur Erholung“ kamen nach einem gemeinsamen Matjesessen auch die anstehenden Themen auf den Tisch: eine nicht so rosige Kassenlage, die Überalterung der Mitglieder und mangelnde Resonanz auf Gilde-Veranstaltungen.

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erstellt am 18.Apr.2014 | 21:22 Uhr

Von der Verlegung des traditionellen Grünkohlessens von einem Montag auf einen Freitag über die Aufhebung der Regel, dass über 75-Jährige beitragsfrei Mitglied in der Gilde sind, bis hin zur Überlegung, die Beiträge in naher Zukunft anzuheben, sei alles denkbar, so der Ältermann im Beisein von Gerd Quast, Ehrenmitglied des Deutschen Schützenbundes, den Ehrenältermännern Rudolf Lavorenz und Jürgen Kühl sowie den Ehrenmitgliedern Martin Pilzecker und Otto Riewesell. Erstmals in diesem Jahr werden die Gildemitglieder das Königsfrühstück im Festsaal der Gaststätte „Zur Erholung“ statt im Festzelt einnehmen und von dort aus per Bus zum Schützenplatz fahren. „Wir haben uns außerdem dazu entschieden, die Regel, dass ein Gildebruder nur einmal König werden kann, über Bord zu werfen“, verkündete Henningsen.

„Alle über 75-Jährigen sollten sich überlegen, ob sie es sich nicht leisten können, in den Kreis der zahlenden Mitglieder zurückzukehren“, regte Schriftführer Martin Weiner im Hinblick auf den Gilde-Haushalt an. Nach seinen Berechnungen zahlt aufgrund der bisher geltenden Altersregelung jedes sechste Mitglied keinen Beitrag, der bei 150 Euro im Jahr liegt.

In seinem Bericht ließ Weiner das vergangene Jahr Revue passieren. „Zur Deckung unserer Kosten müssen wir zukünftig sehr sparsam sein“, sagte Kassenwart Horst Kleinwort. Er sprach sich nach mehr als zehnjähriger Pause für eine Beitragserhöhung aus. Doch die Gilde hat im vergangenen Jahr auch einiges geschafft. Der Vorjahresbeschluss, den Schützenstand zu sanieren, wurde weitgehend umgesetzt. „Wir haben mit einem hohen Aufwand an Geld und freiwilliger Arbeit viel bewegt und so auf lange Sicht einen ordentlichen Schießbetrieb ermöglicht“, fasste Schützenmeister Thomas Dohrn zusammen. Alle sieben Bahnen – fünf Kleinkaliber- und zwei Großkaliberbahnen – stehen den Sportschützen jetzt zur Verfügung. „Nutzt das Angebot und kommt zu den Übungsabenden am Mittwoch- und Donnerstagabend“, ermunterte Dohrn die Anwesenden. Gleichzeitig lud er Freiwillige ein, sich an restlichen Aufräum- und Renovierungsarbeiten zu beteiligen. Als erfolgreiche Schützen wurden Joachim Preuß, Ralf Volz und Neumitglied Michael Ahrens ausgezeichnet. Sie sicherten sich in ihren Altersklassen den Titel „Vereinsmeister 2013“. Otto Riewesell gehört der Uetersener Schützengilde seit 60 Jahren an. 50 Jahre lang halten Altbürgermeister Waldemar Dudda und Uwe Dohrn der Gemeinschaft die Treue. Für 30-jährige Mitgliedschaft wurden Burkhard Klietz und Thorsten Möller geehrt. Kurt Günther trat der Gilde vor 20 Jahren bei, Thomas Dohrn sowie Christian und Mathias Ekat vor zehn Jahren.

Drei Neumitglieder sangen sich nach alter Sitte in die Gemeinschaft der Gilde ein: IT-Systemkaufmann Dennis Nohtse stimmte das Lied „Eisgekühlter Bommerlunder“ an, Mechatroniker Danilo Huste entschied sich für den Klassiker „Auf einem Baum ein Kuckuck“ und der Physiker Michael Ahrens intonierte das Stück „Wellensittich Lyrics“.

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