„Gewalt ist kein Ausländerproblem“

Nachdem am vergangenen Sonntag das Topspiel der Kreisklasse 8 zwischen den 1. Herren der Sportfreunde Uetersen und Gencler Birligi Elmshorn abgebrochen wurde (die UeNa berichtete), gab es zahlreiche Diskussionen.

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21. Oktober 2011, 20:49 Uhr

In diese mischte sich nun auch Mustafa Artar, Coach der 2. Herren des FC Union Tornesch II, ein. Artar, der selbst türkische Wurzeln hat, vor langer Zeit einmal für Gencler spielte und einst auch Trainer bei den Sportfreunden war, sagte: „Vor allem bei Gencler hatte ich eine schöne Zeit, deshalb interessieren mich die Geschehnisse vom Sonntag sehr!“ Gegenüber den UeNa schilderte der in Pinneberg lebende Artar seine Sichtweise der Dinge wie folgt:

„Es ist wirklich schrecklich, was am Wochenende zwischen den Sportfreunden Uetersen und Gencler Birligi passiert ist. Wenn man die Kommentare, die den letzten Tagen abgegeben wurden, liest, merkt man, dass die ausländischen Vereine fast immer die ‚Ar...karte‘ haben. Im letzten Winter beim Hallenturnier des Moorreger SV sind zwischen meiner Mannschaft, Union Tornesch II, und dem TSV Heist II auch die Fäuste geflogen – es hat aber keinen Menschen interessiert. Es gab damals überhaupt keine Diskussionen über die beiden Vereine geschweige denn über die Spieler, die sich gegenseitig geboxt hatten. Ein anderes Beispiel: Wenn ein ‚ausländischer‘ Spieler einer ‚ausländischen‘ Mannschaft eine Tätlichkeit gegen einen Spieler einer ‚deutschen‘ Mannschaft begeht, dann ist die ganze und nur die ausländische Mannschaft Schuld – nicht der einzelne Spieler! Beim Duell Sportfreunde gegen Gencler ist man nun der Meinung, dass beide Teams Schuld hätten, da immer zwei dazu gehören bei solchen unschönen Szenen ... Ich bin der Meinung, dass man immer nur über den einzelnen Spieler urteilen sollte, der sich daneben benommen hat, und nicht über den ganzen Verein, egal ob es ein Klub mit Migrationshintergrund oder ein deutscher Traditionsverein ist!

Leider wird aber, bei solchen unschönen Aktionen, immer über den gesamten ‚ausländischen‘ Verein negativ gesprochen. Sicherlich gibt es auch einige ‚ausländische‘ Vereine die fast jedes Wochenende negativ auffallen, diese Mannschaften sollte man vom Hamburger Fußball-Verband aus im Wiederholungsfall einfach rigoros ausschließen. Aber: Ich glaube nicht, dass die Sportfreunde Uetersen oder Gencler Birligi Elmshorn zu diesen Klubs gehören, denn sonst hätte der HFV schon längst gehandelt. Das musste ich, als ehemaliger Gencler-Spieler und Sportfreunde-Trainer, einfach einmal los werden“, so Mustafa Artar abschliessend.

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