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Uetersener Nachrichten

19. Oktober 2017 | 18:47 Uhr

Verkehr : Geteiltes Echo auf IG-Vorschläge

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

FDP und Interessengemeinschaft Südtangente präsentierten ihre Ideen und holten Meinungen ein.

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2017 | 16:00 Uhr

Tornesch | Mit einem regen Gedankenaustausch zur Verkehrssituation in Tornesch beteiligten sich etwa 80 Bürger, die der Einladung der FDP Tornesch-Uetersen und der Interessengemeinschaft (IG) Südtangente Tornesch-Esingen in das Heimathaus am Dienstagabend gefolgt waren. Unter der Überschrift „Tornescher Verkehrschaos? Sagen Sie uns Ihre Meinung“ probten IG und FDP den Schulterschluss, ihre Ansichten und Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation in der Stadt den Bürgern nahe zu bringen und deren Meinung dazu zu erfahren.

Zu den Themenkomplexen überörtlicher und örtlicher Straßenverkehr, Bahnanbindung und Qualität der Verkehrswege brachten die Anwesenden, darunter nicht nur Tornescher Bürger, sondern auch Interessierte aus Prisdorf und Uetersen, noch Diskussionswünsche über die Quellen der Verkehrsströme, den Ausbau des ÖPNV und die angedachte Stadtbahn zwischen Tornesch und Uetersen sowie die Schulwegsicherung ein. „Die Themen, die wir heute nicht schaffen, behalten wir auf der Agenda“, versprach die FDP-Vorsitzende Sabine Werner. Ihre Vorahnung war richtig, denn allein zum Thema K  22, die nach aktuellen Planungen entlang des Wischmöhlenweges durch Esingen führen würde, wurde eine Stunde lang informiert und diskutiert.

„Der Straßenverkehr, der Tornesch belastet, kommt aus dem Umland. Wir sind eine Durchgangsstadt und sollen mit der K  22 eine Straße für 33 Millionen Euro bekommen, die das Tornescher Zentrum nur um 16 Prozent des Verkehrsaufkommens entlastet. Eine Entlastung macht aber erst ab 40 Prozent Sinn“, begann IG-Sprecher Michael Krüger seine Ausführungen zur K  22. Anschließend stellte er den Vorschlag der IG, der laut eines Gutachtens 42 Prozent Verkehrsentlastung im Tornescher Ortszentrum bringen würde, vor. Die Alternativtrasse, beginnend in Höhe des Uetersener Bierbahnhofs durch die freie Landschaft zum Wischmöhlenweg und weiter bis zum Bahnübergang Prisdorf, an dem ein Straßentunnel gebaut werden müsste, stieß bei den Anwesenden auf geteilte Meinungen. „Sie wollen den Verkehr zur Westumgehung Pinneberg führen. Aber haben Sie mit den Prisdorfern gesprochen, die dann den Verkehr aufnehmen müssen“, lautete eine Frage. Andere Stimmen machten deutlich, dass sie die K22-Trasse über den Wischmöhlenweg für sinnvoll halten. „Für mich gibt es aus ökologischer und ökonomischer Sicht keine Alternative zur geplanten K22“ und „die Straße ist ja schon da, es fehlt eben nur noch der Teil in Esingen“. Dass dieser Teil einen Tunnel entlang des Mölln-Hofes und 220 beziehungsweise 110 Meter lange und 3,75 beziehungsweise 2,20 Meter hohe Lärmschutzwände beinhaltet, stellte Krüger anhand einer Luftbildaufnahme visuell dar.

Die Liberalen schlagen für die Minimierung des Verkehrsstaus an der Kreuzung im Ortszentrum eine Variante vor, bei der Rechtsabbieger aus der Esinger Straße und die Linksabbieger aus der Ahrenloher Straße zeitgleich fahren könnten (wir berichteten). Und für den zweiten Verkehrsknotenpunkt, die Kreuzung an der Wilhelmstraße, plädiert die FDP für eine „intelligente Ampelschaltung“.

Eine Anwesende lenkte das Augenmerk auf ein anderes Thema: „Jeden Tag sind Tausende von Autos mit nur einer Person auf den Straßen unterwegs. Es wäre von politischer Seite viel wichtiger, über einen vernünftigen Ausbau des ÖPNV zu reden.“ Vertreter der Bürgerinitiative „Dorfbahnhof? Nein Danke!“, die sich für mehr Zughalte und das dritte Gleis einsetzt, pflichteten ihr bei.

Lebhaft war auch der Austausch über Sinn und Unsinn einer Stadtbahn zwischen Tornesch und Uetersen. „In jedem Fall müsste die Straßenbahn eingetaktet sein in die Transporte für die Feldmühle. Denn sonst müssten diese Transporte auf die Straße verlegt werden und das würde pro Woche 115 Lkw ausmachen“, erläuterte die FDP-Vorsitzende. Zum schlechten Zustand von Straßen und Radwegen in Tornesch gab Werner den Hinweis, dies der Tornescher Verwaltung zu melden. Und Krüger rief dazu auf, die Sitzungen des Bauausschusses zu besuchen, Fragen an die Politiker zu stellen, eigene Gedanken einzubringen und bei Wahlen vom Wahlrecht Gebrauch zu machen.

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