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Uetersener Nachrichten

12. Dezember 2017 | 05:50 Uhr

Veranstaltung : Gesundheit und Migration

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Verein „Brücken der Kulturen“ und das Deutsche Rote Kreuz starten eine Gesundheitsoffensive für Menschen mit Migrationshintergrund. Zum zweiten Mal klärt ein Arzt über die Risiken von Übergewicht und schlechter Ernährung für das Herz-Kreislauf-System auf – in türkischer Sprache.

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2015 | 20:06 Uhr

Zwischen 6000 und 10000 Menschen im Kreis Pinneberg sind türkischer Herkunft, schätzen Experten. Vor allem die Einwanderer der ersten Generation kämpfen im Alltag gegen Verständigungsschwierigkeiten. Folge: Ein Arztbesuch wird nur dann eingeplant, wenn eine Vertrauensperson als Dolmetscher mitkommen kann.

Baris Karabacak weiß um das Problem, denn auch er begleitete bereits als Achtjähriger seinen Vater. Er habe davon profitiert, aber nicht immer tue das Kindern gut. „Und nicht jeder möchte jede Krankheit vor den Ohren eines Kindes mit dem Arzt besprechen“, sagte der Vorsitzende des Vereins „Brücken der Kulturen“.

Deshalb geht es den Veranstaltern des Gesundheitstages neben der Aufklärung in erster Linie um Prävention: Wie kann ich durch einen angemessenen Lebensstil Wohlstandserkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes Mellitus und Herzprobleme vermeiden, lautete die wichtigste Frage. Gast ist der Kardiologie Fatih Yildiran, der die Zusammenhänge zwischen Gesundheit, Ernährung und Bewegung erläutert und sich dabei seiner Muttersprache bedienen wird.

Er hat Antworten auf die Frage, wie man die Symptome, die auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hindeuten, richtig interpretiert, und was man tun kann, um sie zu verhindern. „Vor allem Diabetes ist ein großes Themen unter den Menschen türkischer Abstammung“, sagte Kerstin Kreuzhage, Leiterin der Zentralen Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen im DRK-Kreisverband. Wenig Bewegung, fettes und spätes Essen in großen Mengen hinterließen Spuren.

Am Ende des Vortrages dürfen Fragen gestellt werden, und die Erfahrung aus der ersten Veranstaltung vor eineinhalb Jahren zeigt, dass davon intensiv Gebrauch gemacht wird. „Die Konzentration und Aufmerksamkeit waren damals sehr hoch, ein Indiz dafür, wie wichtig das Thema ist“, sagte Katinka Gabriel von der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen. Abgerundet wird die Veranstaltung, die für alle Teilnehmer kostenfrei ist und von der AOK Nordwest finanziell unterstützt wird, durch ein gesundes Büffett. Wer nicht der türkischen Sprache mächtig ist, bekommt den Vortrag gerne in Papierform und dann auf Deutsch. Denn eines ist Baris karabacak besonders wichtig: „Wir laden alle Interessierten herzlich ein, egal, aus welchem Land sie kommen.“

Der Gesundheitstag findet statt am Sonntag, 15. Februar, von 13 bis 16 Uhr im Pinneberger Rathaus.

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