Klaus-Groth-Schule : Gespielt und getanzt fast wie Profis

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„Wer zu spät kommt, den bestraft das  Leben und wer pünktlich kommt, den bestraft der Tyrann“, so die süffisanten Worte des Tryrannen Dionysos (Lasse Bohnsack), als Damon (Daniel deLuca) seinen Freund und Bürgen Beppo (Anton Beling) getötet vorfindet, obwohl die Drei-Tage-Frist, die der Tyrann Damon gewährt hatte, noch nicht abgelaufen war. Der Tyrann hatte in seiner Selbstgefälligkeit somit Damon und Beppo bestraft und es blieb die Frage: „Wer ist Freund und wie weit würde ich für diesen gehen?“

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28. Juni 2015, 20:40 Uhr

Denn Beppo hatte mit anderen „Freunden“ Damon zu einem Attentat auf den Tyrannen angestiftet. Doch das Attentat missglückt. Damon wird vom Tyrannen zum Tode verurteilt, ihm wird jedoch eine dreitägige Frist zur Verheiratung der Schwester gewährt. Für Damons pünktliche Rückkehr bürgt Damons Freund Beppo.

Seit November vergangenen Jahres hat die Theater-Arbeitsgemeinschaft der Klaus-Groth-Schule an „Bürgen schafft! Ein Stück Schiller“ von Karlheinz Frank gearbeitet und es nun bravourös auf die Bühne gebracht.

Ähnlichkeiten zu Schillers bekannter Ballade „Die Bürgschaft“ kommen nicht von ungefähr, diente sie doch der modernen Inszenierung „Bürgen schafft!“ als Grundlage. Im Mittelpunkt des mit Witz und Bezug zur Gegenwart inszenierten Stückes stehen der Charakter eines Tyrannen, Sensationsgier, Egoismus und eben die Frage „Wer ist Freund und wie weit würde ich für diesen gehen?“.

Ideenreich setzten die 15 Jugendlichen des zehnten bis 13. Jahrgangs unter Anleitung ihrer Theater-AG-Leherinnen Karen Strenge und Gundula Kuik das gemeinsam ausgewählte Stück um. Ihre Vorbereitung war perfekt, ihr Spiel in den schnellen Szenenwechseln und in mehreren Rollen unterschiedlicher Charaktere war professionell. Textsicherheit sowie Mimik und Gestik im Spiel und in den Tänzen verdienen hohen Respekt.

Auf der Bühne agierten wahre Schauspieltalente, die sich auch mit Text-, Spiel- und Tanzchoreografie-Ideen eingebracht und die Öffentlichkeitsarbeit übernommen hatten. Die spartanischen Bühnenbilder, Kostümierungen und die ausgewählten Musiktitel passten perfekt zu den Szenen. Auch die Ausnutzung vorhandener technischer Möglichkeiten wie zum Beispiel beim Herablassen des Henkerseils versetzte das Publikum ins Staunen. Es dankte den schauspielernden Jugendlichen und deren Lehrerinnen mit viel Beifall für einen sehr gelungenen Theaterabend mit ernstem Thema in moderner und humorvoller Umsetzung.

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