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Häuserchronik : Geschichtsschreiber klappen Buch zu

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Geschichtsschreiber von Seestermühe, sie werden nun wohl selber ein Teil der (Dorf-)Geschichte!

Während einer Feierstunde im kleinen Kreis haben sie nach fünf Jahren und mehr als 50 Redaktionssitzungen nicht nur ihr Buchprojekt offiziell beendet, sondern legten erstmals auch Zahlen vor.

Demnach haben sie von ihrem Buch „Ein Dorf schreibt Geschichte“ fast 900 Exemplare verkauft. Nicht nur die Produktionskosten holten sie wieder rein, auch einen Überschuss erwirtschafteten die sechs Herren. Den Gewinn sowie die restlichen Exemplare der Auflage schenkten sie der Gemeinde, überreichten Bürgermeister Thorsten Rockel beides bei Kaffee und Kuchen.

Im Februar 2007 berichteten die Uetersener Nachrichten erstmals über die kleine Gruppe von Geschichtsschreibern in der Arbeitsgemeinschaft Dorfentwicklung. Rudolf Früchtnicht, Hans Rönnfeld, Albert von Drahten, Dieter Hüllmann, Otto Schinkel, Uwe Schinkel und Hermann von Drahten hatten sich vorgenommen, ihrem geliebten Dorf ein literarisches Denkmal zu setzen.

Akribisch recherchierten sie die Geschichte aller etwa 300 Häuser in Seestermühe von 1895 bis 2005, trugen Daten über die Bauherren und die späteren Besitzer zusammen und erstellten so ein Gesellschaftsbild Seestermühes. „Wir sind sehr stolz darauf, dass alle Besitzer von bebauten Grundstücken mitgemacht haben“, sagte Dieter Hüllmann. Der Banker im Ruhestand war für die finanzielle Abwicklung des Projektes zuständig. Schon nach der Buchvorstellung 2008 wurden viel versprechende Zahlen genannt: Binnen weniger Stunden waren die ersten 100 von insgesamt 1000 Exemplaren verkauft. Heute sind lediglich 126 Exemplare übrig. Wer noch eines haben möchte, muss sich also ranhalten. Der wirtschaftliche Erfolg ist unter anderem auf geschicktes Marketing zurückzuführen.

Otto Schinkel, Sprecher der Geschichtsschreiber und in der Gemeinde gleichzeitig für den Tourismus zuständig, warb bei Besuchern, Tagesgästen und in den Nachbargemeinden für das Buch, fand auf diese Weise zahlreiche Abnehmer. Gut 25500 Euro kostete die Auflage, das Geld überließ die Gemeinde den Chronisten als zinsloses Darlehen. Inzwischen ist es auf Heller und Pfennig zurückgezahlt, und nicht nur das: Seestermühes Haushaltsexperten dürfen sich über den Gewinn aus dem Verkauf freuen, immerhin 409,17 Euro.

Aber das Buch ist mehr als ein wirtschaftlicher Erfolg. Es ist der Beweis dafür, dass Heimatliebe manchmal Berge versetzen kann!

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erstellt am 10.Nov.2011 | 20:42 Uhr

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