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Uetersener Nachrichten

20. Oktober 2017 | 17:13 Uhr

Buchtipp : Geschichte in Geschichten

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das ist wie ein Überraschungsei zu Weihnachten, das vielen Menschen in Uetersen und Umgebung Freude bereiten wird:

shz.de von
erstellt am 28.Nov.2011 | 21:08 Uhr

Ein Büchlein voller Geschichten, die sich Schüler des Ludwig-Meyn-Gymnasiums ausgedacht haben. Und diese Geschichten duften nach Zimt und Tannenzweigen, denn sie spielen alle in Uetersen, alle in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts und alle in der Weihnachtszeit. Das waren die Voraussetzungen, die Deutsch- und Philosophie-Lehrer Peer Feldhaus und Geschichtslehrer Dr. Sönke Zankel den Jugendlichen in der Literatur-Werkstatt im Rahmen eines Wettbewerbs mit auf den Weg in die Kreativität gegeben hatten.

Die Schüler mussten also Zeitzeugen befragen, sich erkundigen, wie es wenige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg in den heimischen Wohnstuben so zuging und wie es sich lebte ohne LED-Kerzen, Weihnachtsgedudel aus dem Fernseher und Tannenzweig-geschmückte Google-Anfragen.

Auf 80 Seiten broschiert, mit rotbraunem Einband und Schwarz-Weiß-Foto mit streng dreinblickender Familien-Idylle liegt das Buch jetzt vor. 6,90 Euro kostet es, als Hörbuch mit CD 9,90 Euro, ein Euro von jedem verkauften Exemplar geht an die Uetersener Tafel, damit soll Menschen, die es nicht so „dicke“ haben, eine kleine Freude bereitet werden, haben die Schüler beschlossen. Und die acht Preisträger des Wettbewerbs wollen ihre zehnseitigen handgeschriebenen Werke, die hier so hübsch gedruckt vorliegen, auch gerne noch weiter in die Stadt hineintragen. In Altenheimen und in Kirchen wollen sie sie vorlesen, sie hoffen damit Anstöße zu geben, dass wieder einmal über diese Zeit geredet und diskutiert wird.

In nur wenigen Monaten seit den Sommerferien ist das Buch entstanden, die Schüler haben mit Großeltern und Bekannten geredet, die damals jung waren und sich gut erinnern können, sie haben das Archiv der Uetersener Nachrichten durchstöbert, um den Zeitgeist einzufangen und sich dann hingesetzt und begonnen, zu schreiben. „Es war gar nicht so einfach“ sagt Annika Prengel „ Wir mussten eine Person finden, mit der wir uns identifizieren konnten und wir durften den roten Faden nicht verlieren.“ Und das ist ihnen gut gelungen. Nicht nur die beiden Lehrer sind begeistert. Die Geschichten sind anspruchsvoll, überraschend und in einer Zeit, in der Sprache nicht mehr so sehr wertgeschätzt wird, von hoher Qualität und erstaunlichem Einfühlungsvermögen. Ein ideales und individuelles Geschenk für Großeltern aber auch alle, die an jüngerer Zeitgeschichte und guter Literatur Spaß haben – aber schnell kaufen, die Auflage beträgt nur 700 Stück.

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