Ausstellung im POMM 91 : Geschichte, Häuser und Bewohner

Wer heute von der Ahrenloher Straße spricht, denkt vorwiegend an Autoschlangen Richtung Autobahn und Stadtmitte. Doch an der Straße, die Teil des historischen Ochsenweges von Jütland Richtung Elbe war und seit den 1920er Jahren als Ahrenloher Straße bezeichnet wird, ging es auch einmal gemütlich zu, spielten Kinder auf der Straße, huschten Nachbarn unbehelligt von Autos über die Straße zum Kolonialwarenladen Brandes oder zum Friseur Möller.

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03. November 2013, 18:13 Uhr

Wie es sich früher an der Ahrenloher Straße lebte, wer dort wohnte und welche Geschäfte, Betriebe und landwirtschaftlichen Unternehmen dort angesiedelt waren, damit hatten sich die 15 Frauen aus der VHS-Geschichtswerkstatt seit September 2011 befasst. Unter Anleitung der Historikerin Annette Schlapkohl stöberten sie in Archiven, kramten in eigenen Erinnerungen und Fotoalben, führten Interviews und stellten nun eine Ausstellung mit 13 Bild- und Texttafeln zusammen.

Die Ausstellung wurde im Beisein von Geschichtsinteressenten, einigen Bewohnern und ehemaligen Bewohnern der Ahrenloher Straße nun im Foyer der Begegnungsstätte POMM 91 eröffnet. „Natürlich spiegeln die zusammengetragenen Fotos und Texte nur einen Ausschnitt wider, aber der Betrachter erhält die Möglichkeit, Gebäude in ihrem Aussehen früher und heute zu vergleichen und erfährt Wissenswertes über den Alltag der dort lebenden Familien, vor allem der Frauen, in unterschiedlichen Zeitabschnitten des 20. Jahrhunderts“, erläutert Annette Schlapkohl.

Einige der Teilnehmerinnen der Geschichtswerkstatt verbrachten ihre Kindheit und Jugend an der Ahrenloher Straße, einige leben auch heute noch dort. Sie haben viele Fotos und auch Ausstellungsstücke für die Vitrinen beigesteuert.

So haben die Schwestern Ursula Michaelsen und Barbara Schöttler nicht nur ihre Erinnerungen an Erlebnisse und Begebenheiten an der Ahrenloherstraße eingebracht, sondern auch eine Vitrine mit Utensilien aus dem ehemaligen Kolonialwarenladen Brandes, den ihr Vater bis 1969 als Edeka-Laden geführte, bestückt. Darunter die historische Registrierkasse aus dem Geschäft. In einer anderen Vitrine werden Utensilien aus dem ehemaligen Friseurladen Möller, der bis 2012 als „Putzbüddel“ bestand, sowie eine Konservendose aus der einst an der Ahrenloher Straße ansässigen Firma Habekost gezeigt. Und auch auf eine Speisekarte aus dem Rasthaus Oha, das einst am Ende der Ahrenloher Straße lag und 2013 abgerissen wurde, stößt der Betrachter. Die bereits vierte Ausstellung der Frauen-Geschichtswerkstatt ist bis Januar 2014 im POMM 91 zu sehen.

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