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Speeldeel : „Gerdi“ gibt das Ruder aus der Hand

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Knapp 25 Jahre hat Gerhard Richert die Geschicke der Elmshorner Speeldeel gelenkt. Nun legt der Haselauer, der von vielen nur „Gerdi“ gerufen wird, das Ruder in jüngere Hände. Während der Jahresversammlung ist Reinhard Glantz zum neuen Vorsitzenden gewählt worden.

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erstellt am 29.Apr.2014 | 21:23 Uhr

Reichlich Erfahrung als Laienschauspieler und in der Vorstandsarbeit bringt der 47-Jährige mit. „Een Plattdütscher“ ist Glantz, hat als junger Kiebitz die Sprache am Skattisch des Großvaters gelernt. Für die Schule war das zwar „nicht fein genug“, aber „im Dorf haben alle so geschnackt.“

Zur Elmshorner Speeldeel ist Glantz 2010 gestoßen. Bei dem Erfolgsstück der aktuellen Saison, „Müggensack sien Venus“, spielt er etwa die Hauptrolle des Schweinebauern Karl Müggensack. Erstmals auf der Bühne stand er in seinem Heimatort Brande-Hörnerkirchen allerdings schon als 17-Jähriger. Bei der Landjugend und der Feuerwehr wurde kräftig Theater gespielt.

Die Liebe zur Bühne wurde ihm in die Wiege gelegt. Seine Mutter Karin gehörte nicht nur zu den Gründern des Landjugend-Ortsvereins, sondern hob dort auch die Theatergruppe aus der Taufe. Das Spielen machte ihm so viel Spaß und seine Leistungen waren so gut, dass er bereits vor rund einem Vierteljahrhundert beim Speeldeel-Urgestein Hermann Dabelstein vorsprach.

Der schilderte den Aufwand, der mit der Theaterarbeit verbunden ist, in so drastischer Form, dass Glantz es lieber beim Fußball beließ. Beim SV Hörnerkirchen kickte er nicht nur leidenschaftlich gern, sondern sammelte auch 25 Jahre Erfahrungen in der Vorstandsarbeit, „auf allen Posten“.

Seine neue Aufgabe geht der Stadtgärtner der Stadt Elmshorn gelassen an. „Es geht um das Theaterspielen“, so Glantz. Die Aufgabe des ersten Vorsitzenden müsse „nur einer in die Hand nehmen“.

Als „treue Seele“ wird er von seinem Vorgänger charakterisiert, der durchaus über eigene Vorstellungen verfügt.

Kürzer getreten ist Richert aus gesundheitlichen Gründen bereits vor zwei Jahren. Bei den großen Stücken steht er nicht mehr auf der Bühne, wohl aber bei den sehr beliebten Themenabenden, wie „Eeten un Theoter“ und „Een Mund vull Platt“. Auch wird er weiterhin Niederdeutsch-Unterricht an Schulen und Kliniken geben.

Veranstaltung an der Kieler Uni Eine blitzsaubere Bilanz hat Gerhard Richert während seiner Abschieds-Jahresversammlung vorlegen können. Von 13500 Zuschauern berichtete der scheidende Vorsitzende im Probenraum der Markthalle Elmshorn. Das ist eine Steigerung von gut sieben Prozent gegenüber der vorherigen Spielzeit. Positiv auch die Zuschauerreaktion bei den Dreiaktern „Wat mutt, dat mutt“ und „Mügensack sien Venus“ sowie dem Einakter „Tante Adelheid“.

Das Plus ist den vielfältigen Aktivitäten neben den großen Lustspielen zu danken, von den Hobby-Schauspielern bunte Programme genannt. So waren die Veranstaltungen „Eeten und Theoter“ im Haselauer Landhaus schon weit vorher ausverkauft und sehr gut kommen Aktionen mit Kindern an. Fest stehen bereits die Stücke für die kommende Spielzeit. Zu sehen sind „Verdreihte Verwandtschaft“ von Erhard Asmus und „Wieber-Regiment“ von Anton Hamik. Mit Stolz berichtete Richert von einer Anfrage der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Dort soll die Speeldeel im Herbstsemester eine Veranstaltung „Platt mit Studenten“ anbieten. „Dann finden wir uns im Vorlesungsverzeichnis der Uni wieder“, freut sich der Ur-Komödiant. (tp)

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