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Rodung in PrivatWald : Gemeinde will Baumfäller anzeigen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wegen der Fällung von mindestens sieben Bäumen in einem privaten Waldstück will die Gemeinde Heidgraben Anzeige gegen Unbekannt stellen. Nachbarn hatten bemerkt, dass ein rund ein Hektar großes Gelände zwischen der Hauptstraße, der Rue de Challes und dem Drosselstieg zum Teil gerodet worden war.

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2016 | 17:52 Uhr

Wie der stellvertretende Bürgermeister Egbert Hagen berichtete, nahm der zuständige Förster Axel Suersen aus Neumünster das Grundstück bereits in Augenschein. Er habe die Fällungen als unzulässigen Kahlschlag bezeichnet. Hagen kündigte an, dass die Kommune den Eigentümer zur Rechenschaft ziehen werde. Der Baumfäller müsse wohl ein Bußgeld wegen einer Ordnungswidrigkeit zahlen und Ersatz anpflanzen.

„Das ist ein ganz großer Umweltfrevel“, klagte Gerda Veithoefer aus Heidgraben, die in der Ortsgruppe Elmshorn des Naturschutzbundes mitarbeitet. Sie beklagte einen großen Verlust für die Tierwelt. Nachbarn hatten in dem Wald einen Wanderfalken samt Jungen gesichtet. Auch rote Waldameisen, Rehe, Hasen und viele Vogelarten leben dort. Sie haben nun ihre Rast- und Nistplätze verloren.

Die Gemeindevertretung hatte im Juni beschlossen, das Gelände als Wohnbaufläche auszuweisen – gegen die Stimmen der CDU. Doch der Förster Axel Suersen legte sein Veto ein. Er werde einer Umwandlung des Geländes in Bauland „aufgrund des hohen öffentlichen Interesses an der Erhaltung geschlossener, zusammenhängender Waldflächen gerade im besiedelten Bereich“ nicht zustimmen, schrieb er im September. Im Oktober entschied die Gemeindevertretung daher, Bebauungspläne nur für die Nachbargrundstücke im Norden aufzustellen. Hagen ist sich sicher, dass die Rodung daran nichts ändern wird. „Ich kann nicht den ganzen Ortskern überbauen. Das wird kein Bauland!“, betonte er.

Nachbarn hatten den Kahlschlag zufällig beim Ausführen ihrer Hunde bemerkt. Ihnen fiel auf: Von außerhalb des Grundstücks sind die Baumfällungen kaum zu sehen. Der Rand des Geländes ist nach wie vor hoch bewachsen. Der Verursacher arbeitete sich von innen vor. Die abgesägten Stämme lagen Mitte der Woche noch vor Ort.

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