AktivRegion : Gelobt und doch versandet

Es hätte ein sogenanntes Leuchtturmprojekt werden sollen, ein Projekt also mit besonderer Strahlkraft, mit Vorbildcharakter, besonders innovativ und mustergültig! Von allen Seiten wurde die Idee gelobt, in der AktivRegion war die Umsetzung schon beschlossene Sache, und dennoch ist der Bau einer Nahwärmeleitung in Heist eines der Projekte, die in der zu Ende gehenden Förderperiode nicht realisiert werden konnten.

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26. April 2013, 20:42 Uhr

Es klappte einfach nicht mit der Abstimmung zwischen der Gemeinde und der Bauprüfabteilung des Kreises, was Bürgermeister Jürgen Neumann (CDU) mächtig ärgert. Aber er hält an dem Plan fest und hofft nun auf die neue Förderperiode, die offiziell 2014 beginnt. „Wir haben viel gelernt, und ich könnte mir vorstellen, dass wir die Geschichte nach der Wahl noch mal aufrollen“, sagte er. Mathias Günther, Regionalmanager und Geschäftsführer der AktivRegion, begrüßt diesen Vorstoß und rechnet der Gemeinde durchaus Chancen auf Erfolg aus.

Drei Jahre etwa ist die Idee einer Nahwärmeleitung alt. Ziel sollte es sein, mit einem Teil der Abwärme der etwa 800 Meter entfernten privaten Biogasanlage die Grundschule und das Gemeindebüro, möglicherweise auch die Sporthalle und die Feuerwache zu heizen. Geschätztes Gesamtvolumen des Projektes: etwa 530000 Euro bei einer Aussicht auf 75-prozentige Förderung! Diese Idee wird in den kommenden Jahren im Zusammenhang mit der Energiewende an Bedeutung wohl noch gewinnen. Bislang fehlt die Möglichkeit der Abwärmenutzung in Biogasanlagen, sie wird einfach freigesetzt. „Eine Verschwendung von Ressourcen“, sagte Mathias Günther.

Dass es trotzdem nicht zur Realisierung gekommen ist, liegt an den ungünstigen Rahmenbedingungen. Da ist einmal die Überlastung der Mitarbeiter in der Bauprüfabteilung des Kreises, die kontrollieren sollten, ob das Projekt nach den Zuschussrichtlinien förderfähig gewesen wäre. Sie führte zwangsläufig zu einer zeitlichen Verzögerung. Offenbar kam der Antrag der Gemeinde Heist außerdem zu einem Zeitpunkt, als die eingereichten Unterlagen zwar für eine Antragstellung, nicht aber für eine Prüfung reichten. Folge: Die Gemeinde Heist und ihr Bürgermeister sahen sich mit immer neuen Forderungen nach weiteren Unterlagen konfrontiert, bis sie schließlich entnervt aufgaben. Inzwischen wurden die Prüfkriterien zwar gelockert, für Heist ist das im Augenblick aber nicht mehr relevant. Die Gemeinde hat ihren Antrag zurückgezogen, was sich auf der Webseite der Aktivregion noch nicht wiederfindet. Dort hat das Projekt noch den Status „Beschlossen“.

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