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Moorreger Ortsgeschichte : Geheimnis um Dorfbüro gelüftet

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wie lebten die Menschen während der Zeit der Nazi-Herrschaft in Moorrege? Wer kann sich an eigene Erlebnisse oder Berichte seiner Eltern und Großeltern erinnern? Mit diesen Fragen hatten sich Uwe Mahnke und Hauke Heidecke an ihre Moorreger Mitbürger gewandt.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2015 | 20:22 Uhr

Für ein wenig Licht im Dunkel der Geschichte konnte jetzt Zeitzeugin Christa Langhinrichs sorgen. Sie war dem Aufruf der beiden Heimatforscher, die seit zwei Jahren am Thema „Moorrege im Dritten Reich“ arbeiten, gefolgt. „Das Moorreger Gemeindebüro befand sich auf dem Hof von Johann Kleinwort, genannt Jan, am Haselweg 25“, ist sich die 82-Jährige sicher.

„Ich bin hier in der Ecke aufgewachsen. Wir haben hier gespielt“, ergänzte die rüstige Seniorin. Bisher gab es unterschiedliche Angaben, wo die Gemeindeverwaltung ansässig war. „Wir wussten nichts Genaues“, so Mahnke. Er verabredete sich mit der geschichtsinteressierten Informationsgeberin vor Ort, um Henning Kleinwort zu treffen, der den Hof in achter Generation als Pensionspferdestall führt. Sein Hof liegt am westlichen Dorfrand auf dem „Geestbarg“, da wo Marsch und Geest ineinander übergehen.

Johann Kleinwort war von 1935 bis 1945 Bürgermeister. „Das Gemeindebüro befand sich während der gesamten Kriegsjahre und sogar bis 1946 im Haupthaus des Hofes“, so Langhinrichs. Später waren hier Flüchtlinge untergebracht.

Die Dorfverwaltung war auf der rechten Seite des erstgebauten Gebäudeteils untergebracht. Vorherige Chronisten hatten diesen fälschlicherweise für einen Anbau gehalten. Bei dem historischen Hof handelt es sich um ein Fachwerkhaus mit Reetdach aus dem Jahr 1776. Erhalten ist der alte Querbalken mit der Inschrift „Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden, wer sich verläßt auf Jesus Christ, dem wird der Himmel werden“. Es folgen die Namen der Erbauer – Johann Kleinwordt mit „dt“ und seiner Ehefrau. „Rund 100 Jahre später wurde das Haupthaus um einen langen, mittig angesetzten Flügel ergänzt“, wusste der jetzige Inhaber und Urenkel des damaligen Bürgermeisters zu berichten. In diesem Anbau befinden sich eine große Diele und Ställe.

Die Zeit des Dritten Reiches ist den Heimatforschern Mahnke und Heidecke in der 2012 erschienenen Dorfchronik nicht ausführlich genug beschrieben. Mahnke kann sich vorstellen, die Ergebnisse der Nachforschungen am Ende ergänzend herauszugeben. Für weitere Informationen ist der Hobbyhistoriker unter 04122/83000 erreichbar.

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