Cäcilie-Bleeker-Park : „Geheim“ ist nicht mehr geheim

4462325_800x408_55ba624882de8.jpg

Warum wurden die Grabplatten auf dem Cäcilie-Bleeker-Park zerstört? Die CDU-Fraktion wollte es wissen und stellte während der jüngsten Sitzung der Ratsversammlung insgesamt zehn Fragen, die von der Bürgermeisterin auch beantwortet wurden. Ignoriert wurde dabei jedoch das öffentliche Interesse an diesem Vorgang. Denn die Politiker wurden darauf aufmerksam gemacht, dass die Antworten „geheim“ seien. Die Kommunalaufsicht prüfte die Auffassung nach Intervention auch der Uetersener Nachrichten und gab das Papier zur Veröffentlichung frei.

shz.de von
30. Juli 2015, 19:41 Uhr

Vieles ist bereits bekannt. So zum Beispiel, dass Mitarbeiter des Baubetriebshofes am 1. Juni mit dem Entfernen der Grabplatten begonnen haben. Ein Uetersener Entsorger wurde mit dem Abtransport beauftragt. Als die Bürgermeisterin nach eigenen Angaben Tage nach dem Vorfall Kenntnis davon erhielt, waren die Steine bereits zerschreddert, also unwiederbringlich zerstört. Auch die Einschätzung der Landesdenkmalpfleger, die Zerstörung sei nicht rechtswidrig gewesen, also auch nicht mit einem Ordnungsgeld zu belegen, wurde bereits mitgeteilt. Noch nicht bekannt war, dass es weit im Vorfeld der Aktion (1. Juni) eine Anfrage des Baubetriebshofes gab, ob die Grabsteine, rechts und links des Weges, entfernt werden dürften.

Damals (2014) wurde seitens des Bauamtes der Stadt auf den gültigen Vertrag mit der Kirchengemeinde verwiesen, der das verbiete. Zudem wurde auf den schützenswerten Charakter des gesamten Parks aufmerksam gemacht.

Am 1. Juni 2015 erreichte das Bauamt der Hinweis, dass „heute“ mit den Arbeiten begonnen werde. Gemeint war die Beseitigung der Grabplatten. Hat sich der Baubetriebshof also über das Quasi-Verbot hinweggesetzt? Oder ist der Bericht lückenhaft? Wie die CDU-Fraktion vermutet, die daher weitere Fragen an die Verwaltung hat.

Logisch wird der Satz „wir beginnen heute...“ nur, wenn es zwischen diesen beiden Vorgängen einen dritten gegeben hat. Also womöglich eine weitere Anfrage des Baubetriebshofes mit dem Ziel, die ungeliebten Steine zu entfernen. Schließlich, so sagte es auch Bürgermeisterin Andrea Hansen kürzlich, habe sich die Kolonne, die für die Parkpflege zuständig gewesen ist, schon seit geraumer Zeit darüber beklagt, dass die Pflege gerade im Bereich der Grabplattenanlage, sehr schwierig sei.

Oder war es so, dass eine Bürgerin den schlechten Pflegezustand des Friedhofes beklagt und diese nach Erwähnung der geplanten Reduzierung der Grabplatten und Sockel durch einen Mitarbeiter des Baubetriebshofes sehr befürwortend reagiert hatte? Auch das wurde protokollarisch festgehalten. Dieses gilt es wohl noch zu klären.

ermitteln, welche Grabsteine entfernt worden sind. Die Stadt wurde aufgefordert, eine solche Gestern berichteten wir, dass, aus Sicht der Denkmalschutzbehörde des Kreises eine professionelle Bestandsaufnahme des ehemaligen Friedhofes erforderlich ist, um Entscheidungen über das weitere Vorgehen treffen zu können. Darin muss die Anzahl der jetzt noch vorhandenen Grabsteine, deren Beschreibung und die Lage im Gelände innerhalb der Parkgehölze dokumentiert werden. Weiter ist anhand historischer Lagepläne und Fotos zu Bestandsaufnahme zu veranlassen.

Die UeNa möchten den Denkmalschützern helfen. Daher wird erneut die Bitte an alle Leser ausgesprochen, Fotos von den Grabplatten, die bis zu ihrer Zerstörung entlang des Hauptweges aufgereiht waren, an die Redaktion zu schicken: „klaus.plath@uena.de“.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert