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Uetersener Nachrichten

21. November 2017 | 16:51 Uhr

Gespräch : Gegen Jugendarbeitslosigkeit

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen!“ Unter diesem Motto stand das intensive Gespräch, zu dem der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann und der SPD-Kreistagsabgeordnete Hans-Peter Stahl, auch Vorsitzender des Kreis-Sozialausschusses, mit dem Agenturleiter Thomas Kenntemich und Jobcenter-Geschäftsführer Gerold Mellem in Elmshorn zusammengekommen sind.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 21:23 Uhr

Kenntemich und Mellem stellten dabei besonders die relativ gute Situation der jungen Menschen heraus. Immerhin hat Deutschland die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Auf der anderen Seite sind 250000 junge Menschen zwischen 15 und 25 arbeitslos, nur 60000 von ihnen allerdings länger als sechs Monate. Aber jeder zwölfte Jugendliche startet immer noch ohne Hauptschulabschluss ins Leben. Kenntemich: „Da sind auch die Zahlen im Kreis Pinneberg nicht grundsätzlich anders.“ Hinzu kommt, dass in Deutschland rund 280000 Jugendliche in Übergangssystemen zwischen Schulabschluss und Ausbildungsbeginn stehen. Rossmann: „Das ist natürlich einerseits ein Puffer, andererseits darf hieraus auch keine Sackgasse werden.“

Die Arbeitsagentur und das Jobcenter streben deshalb für Ende Juni 2014 den Abschluss einer Kooperationsvereinbarung an, um mit dem Jugendamt und den Schulen zusammen möglichst jeden Jugendlichen zu erfassen und auch in ein Ausbildungsverhältnis zu begleiten. Rossmann: „Auch von Bundesseite aus wollen wir die Brücken von Berufsorientierung über Einstiegsqualifizierung und ausbildungsbegleitende Hilfen bis zur Ausbildungsassistenz weiter ausbauen. Hier kann noch mehr geschehen.“ Die angekündigte Kooperationsvereinbarung nimmt unter den Bedingungen eines Flächenkreises auf, was in Hamburg mit dem Konzept der Ausbildungsagentur schon gute Erfolge bringt.

Neu hinzu kommt die Initiative, auch für ältere Jugendliche eine betriebliche Ausbildung zu organisieren. Thomas Kenntemich: „Da gibt es jetzt sehr erfolgreiche spezielle Programme, die den Spätstartern wie den Betrieben helfen können.“

Hans-Peter Stahl, Vorsitzender des Kreis-Sozialausschusses, sieht eine besondere Aufgabe auch in der besseren Förderung der Langzeitarbeitslosen und der Einführung neuer nachhaltig wirkender Instrumente. Stahl: „Mit den klassischen Arbeitsmarktinstrumenten kann nur noch für einen Teil der Kunden des Jobcenters die Chance auf eine ungeförderte Beschäftigung erhöht werden. Hier brauchen wir neue Instrumente im Sinne sozialer Arbeit und dauerhafter Beschäftigung und Begleitung.“

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