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Uetersener Nachrichten

21. Oktober 2017 | 07:41 Uhr

Frauenempfang : Gegen Gewalt an Grenzen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Stehende Ovationen für die Gastrednerin des 30. Frauenempfanges der Stadt Elmshorn, der „Grande Dame“ der CDU, Professor Dr. Rita Süssmuth, jung geblieben, mit klugem Kopf und mit ihren 78 Jahren fit und politisch auf aktuellem Stand. Die ehemalige Bundestagspräsidentin, Gesundheits- und Frauenministerin gab den bewegten Frauen gehörig Futter zu dem Thema „Die Pille und selbstbestimmte Sexualität“.

shz.de von
erstellt am 31.Jan.2016 | 20:02 Uhr

„Vor lauter Köln vergessen wir den Gesamtblick“, rief sie den Gästen in Elmshorn zu. Dort wo Gewalt herrsche, gebe es weltweit auch immer Gewalt gegen Frauen, besonders im sexuellen Bereich. Hier benötige die Politik nicht mehr Rechtssprechung, die häufig gerade im Frauen- bereich noch viel zu lasch ausgelegt werde, beispielsweise beim auch hier existierenden Frauenhandel.

Es gehe darum, sich zu widersetzen, sich zu empören und sich zu engagieren. Über die noch lange nicht überall durchgesetzten Menschenrechte komme sie auch ganz schnell zum Flüchtlingsproblem. Ermordung, Folter und ungeheures Elend trieben Menschen und besonders auch Frauen in die Flucht. Gerade da müssten Frauen jetzt positiv Einfluss nehmen und verantwortlich entscheiden. Sie könne es beispielsweise verstehen, dass sich die Ministerpräsidentin Manu Dreyer nicht mit der AfD an einen Tisch setzen wolle, wenn die jetzt einen Schießbefehl an den Grenzen forderten. Süssmuth forderte nachdrücklich den menschlichen Umgang miteinander ein. „Wir brauchen Kooperation und keine Konfrontation“ sagte sie.

Für die in Deutschland nach 1945 erworbene Demokratie und die Durchsetzung der Menschenrechte, die auch zu einem großen Teil der Frauenbewegung mit zu verdanken sind, fehle in dem Kulturkonflikt das nachdrückliche Engagement für die Umsetzung: „Wir müssen die Männer vor sich selbst schützen.“ So werden nur Männer mit völlig aussichtslosen Positionen Selbstmordattentäter im verrohten Islamischen Staat und hörten auf Thesen, die sich im Koran überhaupt nicht wiederfinden lassen.

Und auch bei der Ausweisung kriminell gewordener Migranten gelte es neue Wege zu finden. Länder wie Marokko nehmen sie nicht wieder auf. Eine pauschale Verurteilung von Menschen aus nordafrikanischen Ländern sei allerdings ebenso gefährlich. „Wir können nur durch persönliche Gespräche Menschen kennen lernen und denen unsere Werte und unsere Grenzen klar machen“, sagte Rita Süssmuth.

Zuvor hatten Bürgermeister Volker Hatje, der Vorsitzende des Ausschusses für Gleichstellung und Soziales, Detlef Witthinrich-Kohlschmitt, und die Landtagsabgeordnete und Moderatorin Beate Raudies sich dezidiert zur Geschichte der Pille, deren gesundheitlichen Gefahren und der seit den Übergriffen von Köln wieder aufgeflammten Diskussion über die sexuelle Selbstbestimmung der Frau geäußert.

Ein wichtiges Ziel sei für die Zukunft auch noch, zu erreichen, dass Prävention mit solchen Verhütungsmitteln für alle ermöglicht werde und nicht nur für die, die es bezahlen können.

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