zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

17. Oktober 2017 | 04:25 Uhr

Stolpersteine : Gegen das Vergessen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Diesem Leitgedanken fühlt sich Gunter Demnig seit nunmehr bereits 20 Jahren verpflichtet. Seit elf Jahren verlegt er „Stolpersteine“, mit denen an Opfer des Nazi-Terrors zwischen 1933 bis 1945 erinnert wird. Sie werden in den Gehweg vor dem Haus verlegt, in dem die Menschen ihre letzte freiwillige Wohnung hatten oder arbeiteten, bevor sie in die Konzentrationslager kamen und ermordet wurden beziehungsweise dort starben.

shz.de von
erstellt am 02.Mär.2012 | 20:37 Uhr

Gestern wurden drei „Stolpersteine“ verlegt. Erinnert wird damit an Johann Peter Britten, Arthur Sorg und Wilhelm Vollstedt (siehe UeNa vom 24. Februar, Seite 17). Die Idee, in der Rosenstadt Steine der Erinnerung zu verlegen, stammt von der „Uetersener Geschichtswerkstatt“. Dabei handelt es sich um einen Arbeitskreis, der von der SPD initiiert wurde. Die SPD ist es auch, die die Patenschaft über einen Stein übernommen hat, den von Johann Peter Britten an der Lohe 44. Die beiden anderen „Stolpersteine“ werden von Schülern des Ludwig-Meyn-Gymnasiums gepflegt (Sandweg 14, Arthur Sorg, und Katharinenstraße 7, Wilhelm Vollstedt).

Die Verlegung der drei messingfarbenen Steine wurde von etwa 30 Bürgern begleitet. Gunter Demnig hat inzwischen nahezu 44000 „Stolpersteine“ verlegt. Die Aktion, die 2000 in Berlin begonnen habe, habe eine riesige Nachfragewelle erzeugt. Er sei quasi nur noch für das Projekt tätig, gestand der Künstler gestern. Die Nachfrage habe ihn schon überrascht, aber auch erfreut. Obwohl er schon so oft „Stolpersteine“ in das Pflaster eingelassen habe, sei der Akt für ihn niemals zur Routine geworden. Wie damals, im Jahre 2000, werden Stolpersteine auch heute noch mit der Hand angefertigt. Bürgermeisterin Andrea Hansen freute sich, dass so viele Menschen gekommen waren. Sie dankte allen Verantwortlichen für ihr Wirken und trug ein Gedicht von Jean Améry (1912 bis 1978) vor, das beschreibt, was Menschen Menschen angetan haben.

Am Abend folgte ein Informationsabend über das Wirken von Gunter Demnig in der Kleinen Stadthalle.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert