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Uetersener Nachrichten

22. Oktober 2017 | 20:07 Uhr

Stippvisite : Gegen das Betreuungsgeld

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Viele türkische Mitbürger waren in das Pinneberger Hotel Cap Polonio gekommen, um die niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Gesundheit und Integration Aygül Özkan einmal kennen zu lernen, denn sie sind stolz, dass eine Frau mit türkischen Wurzeln es so weit nach oben geschafft hat.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2012 | 21:01 Uhr

Geladen hatte CDU-Landtagskandidatin Natalina Boenigk, damit sich die vielen Gäste zu dem wichtigen Thema „Miteinander leben – voneinander lernen“ austauschen können. Natalina Boenigk und ihr prominenter Gast stellten Gemeinsamkeiten fest. Boenigk selbst ist Halbitalienerin, Vater ist Italiener, der in den 50er Jahren als sogenannter Gastarbeiter nach Deutschland kam. Die Eltern der niedersächsischen Ministerin waren seit 1963 und seit 1968 in Hamburg ansässig. Der Schlüssel für eine gelungene Integration sei das Beherrschen der deutschen Sprache, waren sich beide einig. Das gelte auch noch heute und müsse unbedingt weiter gefördert werden verlangte die Ministerin vehement. Sie sprach sich deutlich gegen das Betreuungsgeld aus, meinte, dass unbedingt dafür gesorgt werden müsse, dass Kinder mit Migrationshintergrund einen Krippenplatz und einen Kindergartenplatz erhalten und vor Erreichen des fünften Lebensjahres Deutsch mit anderen Kindern gemeinsam lernen. Nur dann sei es auch seine Muttersprache.

Steigen müsse aber auch in der deutschen Bevölkerung die Bereitschaft, mit kultureller Vielfalt zu leben, bei den Migranten die Anstrengungen zur frühkindlichen Bildung, der kulturellen Bildung und die Beteiligung in Ehrenämtern.

Oftmals beruhe Ablehnung des „Anderen“ allerdings auf Missverständnissen, in der Türkei gebe es beispielsweise nur ein einzügiges Schulsystem, keine freiwilligen, sondern nur Berufsfeuerwehren und so finde keine Teilhabe von Migranten in den Wehren statt. Niedersachsen will das jetzt konkret ändern und wirbt dafür, dass gerade Mädchen in die Jugendfeuerwehren eintreten. Das stärke das Selbstbewusstsein der Mädchen und sie könnten bei den Feuerwehren Werte und Normen spielerisch lernen.

Noch immer sei eine Diskriminierung der Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt vorhanden, sagte Aygül Ökzan - „Und das können wir uns heute bei diesem Fachkräftemangel nicht mehr leisten“ Personalentscheider sollten nicht mehr nur auf die Noten im Abschlusszeugnis schauen, sondern auch auf soziales Engagement, zusätzliches Können und eine weitere ganz andere Sprache achten, die dem Bewerber eine deutlich stärkere Kompetenz nachweise.

Die ganze Vielfalt des Lebens mit unterschiedlichen Kulturen sei auch als Chance zu nutzen.

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