Bürgermeisterin prüft Maßnahmen : Gefährliche Stolperfallen? Kennzeichnungen für Rettungswege sorgen für Ärger in Uetersen

Bis zu zwei Zentimeter hoch sind die Erdnägel, die die Rettungsgasse markieren. Sie werden von den Bürgern aber zunehmend als Stolperfalle wahrgenommen.
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Bis zu zwei Zentimeter hoch sind die Erdnägel, die die Rettungsgasse markieren. Sie werden von den Bürgern aber zunehmend als Stolperfalle wahrgenommen.

Die Kennzeichnung in der Innenstadt wird von vielen als Stolperfalle empfunden. Jetzt lässt die Bürgermeisterin Maßnahme prüfen.

shz.de von
08. Juni 2016, 11:00 Uhr

Uetersen | Immer mehr Ärger und Verwirrung um die Erdnägel in der Fußgängerzone. Die markanten Markierungspunkte für den unbedingt freizuhaltenden Rettungsweg stoßen in der Bevölkerung spürbar auf Ablehnung. Gut gedacht von Politik und Verwaltung, doch die erhabenen Metallpunkte registrieren die Besucher als Stolperfalle. Mehr noch: Radler meinen irrig, dass damit der die Fußgängerzone begleitende Radweg gekennzeichnet wird. Das Problem dabei: Es gibt dort gar keinen Radweg, vielmehr ein Radfahrverbot (außerhalb der festgeschriebenen Lieferzeiten).

Was tun, wenn die Bevölkerung der baulichen Ausführung die Rote Karte zeigt? Bürgermeisterin Andrea Hansen: „Ich kenne diese Erdnägel auch aus anderen Städten. In Neumünster werden beispielsweise Radwege damit gekennzeichnet. Aber wir sind nicht in Neumünster, sondern in Uetersen. Wir beschäftigen uns mit der Kritik. Doch ich finde, dass wir erst einmal eine Probephase abwarten sollten.“ Die Markierung sei Wunsch der Feuerwehr und der Politik gewesen.

 „Wir hätten auch Striche ziehen können, aber das wäre auch nicht glücklich.“ Auch das sei gestalterisch eher eine schlechte Lösung. „Dass die Leute nun ins Stolpern kommen oder sogar fallen, ist aber ebenso wenig gut.“ Die Bürgermeisterin sagte im UeNa-Gespräch, dass die Rettungsgasse im Juli auf ihre grundsätzliche Praktikabilität hin untersucht werden soll. Mit den Feuerwehrwagen soll diese dabei abgefahren werden. „Man könne auch Farbpunkte setzen, aber alles sieht wie eine Landebahn aus. Ich glaube, das Problem ist bei uns die Enge der Fußgängerzone.“ In anderen Städten gebe es solche Probleme nicht.

Klaus-Dieter Schwabe mit einem der Erdnägel. Dieser brach bereits wenige Stunden nach Fertigstellung ab.
Plath
Klaus-Dieter Schwabe mit einem der Erdnägel. Dieser brach bereits wenige Stunden nach Fertigstellung ab.

Wichtig ist Hansen, dass Bürger, die stolpern oder fallen, ins Rathaus kommen beziehungsweise zum Ordnungsamt. Victor Delva und sein Team würden entsprechende Hinweise aufnehmen. Hansen: „Wir sind auch dankbar für Vorschläge, wie der Rettungsweg alternativ deutlich sichtbar markiert werden kann.“ Die Verwaltung werde die Einhaltung des Rettungsweges kontrollieren, zweieinhalb Stellen seien dafür aber nicht auskömmlich, so Hansen.

Klaus-Dieter Schwabe aus Moorrege, regelmäßiger Gast in der Uetersener Innenstadt, hat bereits einen Erdnagel herausbrechen sehen. Bei leichtester Berührung würden die Stifte abbrechen. „Diese Erdnägel sind für Asphalt, also für die Straße zugelassen, nicht aber für Pflaster“, sagte er.

Auch Birgit Strehl hat ihre Probleme mit den neuen Markierungen. „Ich habe am Montag mit Dieter Schipler von der SPD gesprochen, einem Verfechter dieser Markierungsidee. Er sagte auf meine Argumentation, dass man diese auch hätte aufzeichnen können und was im Winter geschehe, dass wir gar kein Eis und Schnee mehr hätten.“ Radfahrer würden laut Strehl jetzt noch zügiger in der Fußgängerzone fahren würden. „Vielleicht sollte man jetzt noch ein weiteres Schild anbringen und damit zum Ausdruck bringen, dass der markierte Weg kein Radweg ist.“ Sie wisse aus etlichen Gesprächen, dass viele Menschen über diese Markierungsart sauer sind. „ Und wer denkt an die Bürger mit Rollatoren?“ Auch sie hätten ihre Probleme mit den etwa zwei Zentimeter aus dem Boden ragenden Köpfen, so Birgit Strehl.

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