Kulturpreis : Gänsehaut inklusive

Man möchte aufspringen, „Bravo!“ rufen, auf den Fingern pfeifen und mit den Füßen trampeln, wenn man Zeuge von Tilman Clasens Flötenspiel wird. Gleichzeitig kann man nur ahnen, wie viele Stunden der Übung, wie viel Disziplin und wie viel Hingabe und Liebe zur Musik notwendig sind, um bereits mit zwölf Jahren das Flötenspiel derart virtuos zu beherrschen. Aber man sieht Tilman Clasen schon an, wie sehr er die Musik liebt, wie er sie fühlt und spürt, wenn er spielt und vor allem, wie er Spaß daran hat, auch wenn der eher zurückhaltende Junge kein Freund der übertriebenen Gestik ist. Er ist einer der beiden Kulurpreisträger des Jahres 2013 gemeinsam mit dem in Wedel lebenden Dirigenten und Generalmusikdirektor a. D., Reinhard Petersen. Clasen erhält den Förderpreis, der mit 2500 Euro dotiert ist.

shz.de von
03. November 2013, 18:06 Uhr

Begrüßt wurden die Gäste von Kreispräsident Burkhard E. Tiemann. „Der Kreis Pinneberg ist reich an Kultur. Künstlerische Qualitäten werden bei uns geachtet und gefördert“, sagte Tiemann. Unter den Gästen waren auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann, die Landtagsabgeordnete Beate Raudies und viele Mitglieder des Pinneberger Kreistages. Die Laudationes hielt der Konzertpianist Gerhard Folkerts, der seit 1984 selbst Preisträger des Anerkennungspreises ist. Folkerts würdigte Clasen als einen jungen Blockflötisten, der mit Disziplin seine Musikalität geformt hat und der für sein Alter bereits zu herausragenden Klangergebnissen gelangt sei. Neben den täglichen Anforderungen der Schule und des Lebens, gehe Clasen seinen musikalischen Weg mit Spaß und Disziplin. „Diese Haltung hat Vorbildcharakter für die heranwachsende Generation“, so Folkters.

Im Gegensatz zu Clasens Laufbahn, die gerade erst begönne, liege im musikalischen Lebenswerk von Reinhard Petersen all das offen, was sich Clasen in den kommenden Jahren entschlüsseln werde. Petersens Stationen sind vielfältig: Kapellmeister an diversen Häusern, unter anderen auch an der Hamburger Staatsoper, Generalmusikdirektor in Coburg und Cottbus, Intendant am Trierer Theater und Oberleiter am Brandenburgischen Staatstheater und daneben bald unzählige Gastdirigate an vielen Deutschen und Europäischen Häusern. „Generalmusikdirektor zu sein bedeutet, umfassend gebildet und fachlich absolut kompetent und konsequent zu sein. Petersen ist ein Musiker, der sich nie in narzisstischer Selbstinszenierung vor die Musik stellte, dem Pultstar-Allüren und jede Pathetik ein Greuel sind. Er ist ein Musiker, dem es um Inhalte geht“, sagte Folkerts. Der Anerkennungspreis ist mit 5000 Euro dotiert.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert