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Diskussion in der Schule : Fusion: Wohin geht die Reise?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Debatten sind beendet. Am Sonntag wird abgestimmt. „Sollen sich die Städte Tornesch und Uetersen zum 1. Januar 2015 zu einer neuen Stadt vereinigen?“ Um diese Frage geht es und mit ihr beschäftigten sich am Freitag auch Schüler der Rosenstadtschule. Schulleitung und Schülervertretung hatten zu einer Diskussionsrunde in die Aula eingeladen.

shz.de von
erstellt am 20.Sep.2013 | 18:32 Uhr

Zu Gast war eine WiPo-Klasse des Ludwig-Meyn-Gymnasiums, ebenfalls zehnter Jahrgang. Auf dem Podium diskutierten Verena Fischer Neumann (Tornescher SPD) und Andres Stief (Uetersener CDU) miteinander. Dazu Schulleiter Wolfgang Balasus als Moderator und sechs Schüler der Rosenstadtschule: Nina Drews, Maike Thomys, Marcel Pott (Pro-Seite), Simon Jungclaus, Thurid Timm und Stefanie Tholken (Kontra-Seite).

Zunächst wurde das Engagement der Uetersener Regionalschule gelobt und das Bedauern darüber zum Ausdruck gebracht, dass andere weiterführende Schulen in Uetersen und Tornesch sich des Themas weitgehend verschlossen hätten. Schließlich seien bei der Abstimmung zur Fusion bereits 16-Jährige zugelassen.

Zur Sprache kam Altbekanntes. Man könne nicht mit Uetersen zusammengehen, weil die Stadt so hoch verschuldet sei. Außerdem käme Tornesch sehr gut auch ohne Uetersen zurecht. Verena-Fischer-Neumann führte als Beispiel die Ansiedelung der vielen Großbetriebe in Tornesch an, die ohne Uetersens Hilfe hätten realisiert werden können. Das Einsparpotenzial sei weit geringer als erhofft und größere Rathäuser seien nicht immer gleichbedeutend mit mehr Effizienz. Die SPD Tornesch könne den Bürgern daher einen Zusammenschluss nicht empfehlen.

Andreas Stief sagte, dass Uetersens finanzielle Misere vom Land und Bund verursacht worden sei. Uetersen habe Aufgaben übernehmen müssen, gegen die man sich nicht habe wehren können, Gelder dafür habe es aber nicht ausreichend gegeben. Uetersen biete zudem viel für die Region, erhalte aber dafür ebenfalls nur unzureichend Mittel. Bei der Frage, ob man zusammengehe, solle man sich daher nicht nur auf die finanzielle Situation beschränken. Wer immer nur gegenseitig aufrechne, mache etwas falsch. Das sei so wie in einer Beziehung. Da werfe man etwas zusammen, um etwas Neues zu schaffen und rechne auch nicht gegenseitig auf.

Das wiederum erzeugte bei der Tornescherin ein Kribbeln. Verena Fischer-Neumann sagte, dass man bedenken müsse dass, wenn man mit Uetersen fusioniere, Uetersen in Zukunft über Tornescher Belange bestimme. Schließlich sei die Uetersener Seite größer. In einer neuen Ratsversammlung würden also mehr Uetersener als Tornescher sitzen. „Wir geben Entscheidungskompetenz ab“, sagte die Sozialdemokratin.

Stief argumentierte, dass eine größere Stadt wesentlich mehr Möglichkeiten habe, Dinge durchzudrücken. Wirtschaftsbetriebe, die sich derzeit weder in Uetersen noch in Tornesch ansiedeln dürften, würden dann eine Perspektive haben. Davon profitiere die gesamte Stadt.

Zudem, so Stief, sei er sich ziemlich sicher, dass aufgrund der finanziellen Situation des Landes und der Kommunen Kiel schon in wenigen Jahren anordnen werde, dass man sich zusammenschließt.

Dem widersprach Verena Fischer-Neumann: „Ich persönlich halte das für unmöglich.“

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