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MIT Uetersen–Tornesch : Fusion: Wer will, findet einen Weg

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die mittelständische Wirtschaft von Uetersen und Tornesch hat die Fusion der beiden Städte bereits vollzogen. Zumindest dem Namen nach: Seit Anfang diesen Jahres heißt die Mittelstandsvereinigung MIT Uetersen jetzt MIT Uetersen-Tornesch.

shz.de von
erstellt am 19.Mär.2013 | 21:48 Uhr

Auch gedanklich ist die lokale Wirtschaft der Politik einen Schritt voraus. Für viele der Unternehmer ist die Zusammenlegung der beiden Städte alternativlos. Letzte Woche trafen sich rund 30 Geschäftsfrauen und -männer der beiden Städte zum 11. Unternehmerfrühstück im Hotel Mühlenpark in Uetersen.

Als Redner war Bürgermeister Roland Krügel aus Tornesch eingeladen. Das Thema: Wirtschaftsstandort Tornesch. Auch für Krügel ist klar: „Allein wenn sie die beiden Orte von oben betrachten, sieht man, dass sie zusammengehören; wie zwei Flügel eines Schmetterlings und dazwischen liegen die Bahnschienen.“

Er wünscht sich mit dem Zusammenschluss mehr Gewicht gegenüber anderen Städten im Kreis wie Elmshorn oder Wedel. In der anschließenden Diskussion waren die Argumente unter den Wirtschaftsleuten deutlich Pro-Fusion. Die Unternehmen würden von einer verschlankten Verwaltung und statt dem jetzigen Wettbewerb der Städte von einer Zusammenarbeit in der Wirtschaftsförderung profitieren. „Es macht Sinn, Flächennutzung in größerem Maßstab zu betreiben“, hebt Harald Georg Schroers, Wirtschaftsförderer des Kreises Pinneberg, hervor.

Für einige der Anwesenden führte allein die Diskussion über eine mögliche Fusion dazu, einmal über den Tellerrand zu schauen. Ingrid Schneider-Harrtje, Finanzmaklerin aus Uetersen: „Ich bin heute zum ersten Mal darüber informiert worden, welche Möglichkeiten Tornesch Unternehmern bietet.

Die Stadt erscheint mir wirtschaftlich flexibler. Sie schafft viele kleine Lösungen für kleine Unternehmen. Leider hat das Land Uetersen bei dem geplanten Gewerbepark am Stichhafen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wenn es in Tornesch für mich ein attraktives Angebot gibt, geh ich dahin.“ Die Uetersener Wirtschaftsförderin, Meike Koschinski, hebt das Ergänzende der beiden Städte hervor: „Unsere Stadt ist ein lohnendes touristisches Ziel. Wir haben einen starken Einzelhandel und eine lebendige Innenstadt. Menschen aus umliegenden Gemeinden kommen für das Einkaufserlebnis nach Uetersen.

Einen wichtigen Beitrag leistet dazu die Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe (IHG).“

Es ginge darum, die unterschiedlichen Kompetenzen der beiden Städte zu bündeln, stellte Sigrid Janßen, Organisatorin der Veranstaltung und Mitglied der MIT Uetersen-Tornesch abschließend fest: „Die Grenzen haben wir nur im Kopf.“ u Auszug aus dem Gutachten zur Fusionsprüfung Ramboll Management ConsultingErgebnisse einer Umfrage Uetersener und Tornescher Unternehmen Als Chancen einer Fusion werden genannt: Abgestimmte und koordinierte Wirtschaftsförderung. Größere Attraktivität und besseres Image (für Fachkräfte). Strategische Verbindung der jeweiligen Stärken der Städte. Kostenersparnis der Verwaltungen. Mehr politisches Gewicht im Hinblick auf die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur. Langfristig sind strategische Weichenstellungen erforderlich, die nicht kleinräumig getroffen werden können. Als Risikofaktoren werden genannt: Fusionsbedingter „Stillstand“ in den Verwaltungen. Nähe zum Bürgermeister in Tornesch geht ggfs. verloren.

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