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Uetersener Nachrichten

13. Dezember 2017 | 08:44 Uhr

Bürgerentscheid : Fusion ist gescheitert

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das Ergebnis des Bürgerentscheids der Tornescher Wahlberechtigten zur Fusion ist eindeutig. Sie lehnten zu 86 Prozent eine Fusion ihrer Stadt mit der Nachbarkommune Uetersen ab. Die Tornescher Sozialdemokraten, die von Anbeginn der Fusionsdiskussion deutlich gemacht hatten, dass sie für Tornesch im Falle einer Fusion Nachteile sehen, betrachteten die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger ihrer Stadt als Bestätigung ihres Einsatzes für „Fusion? Nein Danke!“.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2013 | 22:56 Uhr

„Die Tornescherinnen und Tornescher haben eine klare Aussage getroffen. Sie haben verstanden, was wir an Nachteilen aufgezählt haben. Aus Sicht der Uetersener Bürgerinnen und Bürger hatte die Fusion sicher eine andere Bedeutung“, so die SPD-Fraktionsvorsitzende Verena Fischer-Neumann. Die Christdemokraten zeigten sich enttäuscht und räumten Fehler ein. „Wir haben es nicht geschafft, den Torneschern die Chancen und Vorteile einer Fusion deutlich zu machen. Wir hätten überparteilich Fusionsbefürworter von Tornesch und Uetersen zusammenführen und langfristig für die Fusion werben sollen“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Christopher Radon.

Der Vorsitzende der FDP-Fraktion Gunnar Werner merkte an, dass die FDP die Fusion befürwortet und als Chance gesehen hatte. „Die Tornescher haben sie abgelehnt. Wir sehen das Ergebnis leidenschaftslos.“

Bürgermeister Roland Krügel, der vor fast drei Jahren das Fusions-Thema erneut ins Rollen gebracht hatte, machte aus seiner Enttäuschung kein Hehl. „Die Tendenz gegen eine Fusion war in Tornesch zu erkennen. Das sie in dieser Deutlichkeit ausfällt, hätte ich nicht erwartet“, so Roland Krügel. Nun müsse geschaut werden, wo Punkte der Zusammenarbeit mit Uetersen liegen. Der Tornescher Bürgermeister denkt an die Erweiterung des Schulzweckverbandes. Das Angebot, das Uetersener Gymnasium und die Schwimmhalle in den Zweckverband zu integrieren, steht von Tornescher Seite seit längerem. „Das war im Grunde zu erwarten. Jetzt geht es darum, dass wir die nächstem Schritte zusammen planen. Und das ist die Erweiterung des Schulzweckverbands“. Mit diesen Worten kommentierte Uetersens Bürgermeisterin, Andrea Hansen, den Ausgang der Abstimmung. Sie kündigte ferner an, ihren Amtskollegen, Roland Krügel, zu Gesprächen einzuladen. Ihren Dank richtete sie an die Mitarbeiter beider Verwaltungen, die während des zweijährigen Fusionsprüfungsprozesses Enormes geleistet hätten.

Die Uetersener Seite hatte sich gestern bezüglich der Fusion für ein „Ja“ entschieden. 55,93 Prozent aller Wahlberechtigten (5185) sprachen sich für einen Zusammenschluss beider Städte aus, 44,06 Prozent stimmten dagegen (4088 Wähler).

Andreas Stief, Vorsitzender des Uetersener Hauptausschusses und Fraktionschef der CDU, sagte nach Bekanntwerden des Ergebnisses spontan: „Ich freue mich darüber, dass wir mit unserer Stellungnahme die Bürger erreicht haben.“ Stief bedauerte, dass die Tornescher Seite eine „historische Chance“ versäumt habe. „Wir hätten Geschichte schreiben können“, so der Uetersener Christdemokrat.

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